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"Stromfresser" Internet

- Quelle: Arnim Schindler/Photocase
Die Nutzung des Internets nimmt immer mehr zu, 60 Prozent der deutschen Haushalte haben einen Internetanschluss. Aber ist das Internet eigentlich eine saubere Technologie?
Laut Bundesnetzagentur verfügten Ende 2005 mit 10,4 Mio., etwa 27 Prozent aller Haushalte über einen DSL-Zugang. Das Internet wird immer beliebter, und jede E-Mail, jede Recherche bei Google und das Online-Shopping verbrauchen Mausklick für Mausklick Strom.
Zu Beginn des Internetzeitalters ging man davon aus, dass durch die neue Technologie Energie gespart werden könnte, z. B. durch wegfallenden Brieftransport oder durch Online-Konferenzen, die Reiseaufwand sparen. Jetzt weiß man allerdings, dass diese positiven Aspekte überlagert werden durch die massiv ansteigende Nutzung des Internet.
Überraschende Vergleichszahlen
Die Internetinfrastrukturen gehören zu den am schnellsten wachsenden Stromverbrauchern. Besonders der Betrieb von Servern, den Rechnern, auf denen Internetauftritte und E-Mail-Verkehr abgewickelt werden und die rund um die Uhr laufen, kostet große Mengen Strom. Zusätzlicher Strom wird verbraucht, um die großen Server wieder abzukühlen. Zwischen 2000 und 2005 hat sich in den USA der Stromverbrauch von Servern verdoppelt. Weltweit hat der durch die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) bedingte CO2-Ausstoß das Emissionsniveau des Flugverkehrs erreicht.
Eine virtuelle Identität in der Online-Welt Second Life verbraucht z.B. jährlich so viel Strom wie durchschnittlich ein Brasilianer im Jahr. Eine einzige Such-Anfrage bei Google verbrauche so viel Strom wie eine 11-Watt-Energiesparlampe pro Stunde, meldet die New York Times. Und den CO2-Ausstoß verursacht durch den Energiebedarf des Internets schätzen Klima-Wissenschaftler auf vier Milliarden Tonnen pro Jahr, allein in Deutschland. Das Internet ist ein noch etwas unbekannter, aber enorm wachsender Stromverbraucher, ein regelrechter Stromfresser.
In Deutschland liegt der auf die IKT entfallende Strombedarf bei acht Prozent am gesamten Stromverbrauch der Endenergiesektoren. Allein der Stromverbrauch des Internet beläuft sich auf über zwei Prozent. Die fortschreitende Durchdringung des Alltags, besonders der Trend, ständig online zu sein, lassen infolge des wachsenden Bestands smarter Geräte und Produkte und der Ausweitung hybrider Netzstrukturen (UMTS, W-LAN, Bluetooth usw.) einen weiter steigenden Stromverbrauch in allen Betriebszuständen erwarten.
Energiesparender surfen ist möglich
Anstrengungen, die Energiebilanz zu verbessern, laufen. Internet-Anbieter versuchen, die Abwärme ihrer Server zu verwerten. Chip- und Computerhersteller gründen Initiativen gegen den Klimawandel und pflanzen Bäume für die Klimabilanz, Webhoster steigen auf regenerative Energien um.
Der Rat von Experten dagegen ist einfach: Achten Sie bei der Wahl Ihrer Geräte auf den Stromverbrauch und auf Gütesiegel für energiesparende Geräte.
Autor: Redaktion







