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Hydraulischer Abgleich

- Probleme mit der Heizung sind häufig auf eine falsch eingestellte Heizungsanlage zurückzuführen. Bild: .marqs, © photocase.com
Probleme mit der Heizung sind häufig auf eine falsch eingestellte Heizungsanlage zurückzuführen. Sind die Warmwasserströme optimal geregelt, kann die Wärme im gesamten Heizungssystem gleichmäßig verteilt werden – vom Keller bis unters Dach an jedem Heizkörper.
Heizkörper, die nicht warm werden oder Geräusche in Leitungen und Heizkörpern produzieren, können auf ein mangelhaft geregeltes Heizsystem hinweisen. Häufig scheuen Heizungsinstallateure den richtigen und wichtigen, aber komplexen und sehr aufwändigen hydraulischen Abgleich des Heizsystems. Zur Behebung der Probleme wird stattdessen die Leistung der Heizungspumpe verstärkt. Ergebnis sind Komforteinbußen beim Wohnklima sowie eine unnötige Heizkostenbelastung.
Heizsysteme mit örtlich getrennter Wärmerzeugung und Wärmeabgabe sind konstruktionsbedingt mit dem Problem der bedarfsgerechten und gleichmäßigen Wärmeverteilung in allen Räumen konfrontiert. Dem Prinzip des geringsten Widerstandes folgend, fließt Heizungswasser auf dem kürzesten Weg wieder zurück zur Heizzentrale. In einem mehrstöckigen Haus mit Heizungsanlage im Keller bedeutet dies, dass die oberen Stockwerke nicht ausreichend mit Warmwasser versorgt bzw. beheizt werden und die unteren Stockwerke mit Warmwasser überversorgt bzw. überheizt werden.
Zur Lösung des Problems ist ein hydraulischer Abgleich nötig. Dieser ist nicht nur ökonomisch und ökologisch sinnvoll, sondern wird obendrein von DIN-Normen und Verordnungen (VOB/C - DIN 18380) gefordert und ist auch bei Modernisierungsmaßnahmen, die im Rahmen von KfW-Förderprogrammen gefördert werden, unabdingbar.
In der Praxis wird das Problem durch Heizungsinstallateure jedoch häufig falsch eingeschätzt oder falsch behandelt. Sie reagieren auf die schlechte Wärmeverteilung mit dem Einbau von Heizungspumpen größerer Leistung oder einer Erhöhung der Vorlauftemperatur. Diese Maßnahmen resultieren lediglich in einem höheren Energieverbrauch und in störenden Betriebsgeräuschen. Eine effektive Wärmeverteilung lässt sich so allerdings nicht erzielen.
Um das Problem mit optimalem Energieeinsatz zu lösen, müssen durch einen hydraulischen Abgleich für alle Heizkörper im Wärmeverteilungsnetz gleiche Widerstände erzeugt werden. Ob dies durch den Einsatz von Strangregulierventilen und unterschiedlichen Reglern (Differenzdruckregler) oder direkt am Thermostatventil erfolgt, muss individuell ermittelt werden. Hiervon unabhängig gilt es, im Vorfeld eine Reihe von Faktoren zu berechnen, die auf das Wärmeverteilungssystem einwirken:
- raumweiser Wärmebedarf
- Heizflächen und Volumenströme unter Berücksichtigung der Rücklauftemperaturen
- Rohrnetz mit den Heizkörpervolumenströmen
Ist der hydraulische Abgleich erfolgt, so ist davon auszugehen, dass die Heizungsanlage nicht nur entsprechenden Vorschriften, bspw. der Energieeinsparverordnung , entspricht, sondern dass darüber hinaus der Wohnkomfort und die Behaglichkeit erheblich gesteigert werden. Durch die Energieeinsparung werden langfristig die Umwelt und letztlich der eigene Geldbeutel geschont.









