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Solarthermische Kraftwerke in Spanien

- Die Plataforma Solar de Almería wurde zur Demonstration von Parabolrinnensystemen 1981 in Betrieb genommen. Bild: DLR
Spanien ist heute beim Einsatz von solarthermischen Kraftwerken sehr engagiert, mehrere Projekte werden zurzeit durchgeführt oder sind in Planung bzw. im Bau.
Plataforma Solar de Almería
Die Plataforma Solar de Almería wurde zur Demonstration von Parabolrinnensystemen mit einer elektrischen Gesamtleistung von 500 kW 1981 in Betrieb genommen. Sie ist immer noch ein Zentrum zur Erforschung der solaren Energienutzung. Vor allem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) führte mehrere Testreihen im Demonstrationsmaßstab durch.
Auf dem über 100 Hektar großen Gelände sind über 20.000 m² Spiegelfläche installiert. Es werden verschiedene Techniken, vorwiegend solarthermische Kraftwerke, unter praxisnahen Bedingungen getestet. Zwei Prototypen des EuroDish- (Paraboloid-) Systems wurden dort im Dezember 2000 und Juni 2001 errichtet und in Betrieb genommen, um Betriebserfahrungen zu sammeln. Zudem dienen sie auch dazu, weiterentwickelte Komponenten zu erproben und zukünftige Anlagenbetreiber zu schulen. Weitere Leistungssteigerung der Anlagen und Maßnahmen zur Kostensenkung bei Komponentenherstellung und Montage sollen den Übergang in eine Kleinserienfertigung ermöglichen und die bisher noch hohen Systemkosten verringern.
Testeinrichtungen der Plataforma Solar de Almería im Überblick:
- Solarturm-Kraftwerk CESA-1, 300 Heliostaten mit je 40 m2, 7 MWth, Turmhöhe 83 m, 4 Test-Plattformen
- Solarturm-Kraftwerk SSPS, 92 Heliostaten mit je 40 m2, 2,7 MWth, Turmhöhe 43 m, 2 Test-Plattformen
- direkte solare Verdampfung DISS, 500 m LS-3-Kollektor, 2,5 MWth, 100 bar Dampf
- Parabolrinnen-Testfeld (LS-3 und EuroTrough)
- Parabolrinnen ACUREX-Feld, 2700 m2, 1,3 MWth
- Parabolrinnen MAN
- Solarofen mit bis zu 3 MW/m2, Temperaturgradienten bis zu 104 K/s
- 6 Dish-Stirling-Systeme
- Solarchemische Reaktoren
- Entsalzungsanlage
- Labor für Niedrigenergiehaus-Komponenten
Andasol
In Andalusien, in der Hochebene von Guadix in der Provinz Granada, befindet sich ein solarthermischer Kraftwerkskomplex, dessen installierte Leistung nach Fertigstellung insgesamt 150 MW betragen soll. Der Komplex besteht aus drei bauähnlichen Anlagen: Andasol 1, welches sich seit Mitte 2009 im Regelbetrieb findet, Andasol 2, das derzeit im Testbetrieb Strom liefert und dem im Bau befindlichem Andasol 3, welches Mitte 2011 in Betrieb gehen soll. Das Parabolrinnen-Kollektorfeld eines Andasol-Kraftwerks ist über 510.000 m2 groß und kann dank eines integrierten Speichersystems nach Sonnenuntergang noch bis zu sieben Stunden mit Solarwärme weiterarbeiten und bis zu 200.000 Menschen mit umweltfreundlichem Strom versorgen.
Auf einen Blick: Daten zu einem Andasol-Kraftwerk:
- Elektrische Leistung: 50 Megawatt (MW)
- Investitionsvolumen: ca. 300 Millionen Euro
- Brutto-Stromproduktion: ca. 180 Gigawattstunden pro Jahr (GWh/Jahr)
- Flächenbedarf: 2 km2
- Oberfläche der Solarkollektoren: > 510.000 m2
- Thermische Speicher: 28.500 Tonnen Salz, ausreichend für den Betrieb von 7,5 Volllaststunden
Planta Solar (PS10)
Bei Sevilla soll bis 2013 ein Solarpark unterschiedlicher Technologien mit insgesamt 302 MW entstehen. Ende März 2007 ging als erstes ein errichtetes Solarturmkraftwerk (PS10) mit 11 MW und einem Jahresertrag von 23 GWh ans Netz. Das Heliostatfeld ist 75.700 m2 groß. Die Anlage wird mit 12-15 Prozent fossilem Brennstoff hybridisiert.
In der zweiten Ausbaustufe wurde eine Turmanlage mit 20 MW (PS20) errichtet. Eine weitere Anlage mit 20 MW (AZ20) sowie drei Parabolrinnenkraftwerke mit je 50 MW befinden sich in der Planung.
Aufwindkraftwerk Fuente el Fresno
In dem Ort Fuente el Fresno (Ciudad Real, Spanien) wird seit 2007 an einem 750 Meter hohen Aufwindturm gebaut. Dieser Turm, der höchste seiner Art in Europa, wird nach der Fertigstellung des Thermikkraftwerks in der Mitte eines 650 Hektar großen Glasdachfeldes stehen. Dieses dient als Solarkollektor, der die Luft darunter erwärmt und sie zum Turm führt. Die dort aufströmende Luft treibt dann über Turbinen die Stromgeneratoren an. Nach heutigen Kalkulationen soll die Anlage 40 MW Leistung erbringen und 120.000 Menschen mit Strom versorgen können. 250 Hektar Boden unter der Kollektorfläche können zudem gleichzeitig wie in einem riesigen Gewächshaus für den Anbau von Obst und Gemüse genutzt werden.








