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letzte Änderung: 13.04.2012 

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Vorteile & Nachteile von Biomasse

Zapfsäule
Biokraftstoffe der zweiten Generation können eine ökologische Ergänzung des Kraftstoffangebots und somit eine sinnvolle Ausweitung des Energieangebots sein. © Fotolia

Energie aus Biomasse bietet einige Vorteile, z. B. den nahezu geschlossenen CO2 -Kreislauf. Andererseits gibt es auch Nachteile wie die Flächenkonkurrenz mit dem Nahrungsmittelanbau. 

Der immense "Energiehunger" hoch entwickelter Gesellschaften verbraucht in wenigen Jahrzehnten die in Jahrmillionen gebildeten fossilen Ressourcen. Wer Biomasse energetisch nutzt, schont diese knappen, wertvollen fossilen Vorräte. Und der Treibhauseffekt wird durch Biomassenutzung nicht verstärkt, denn das bei Verbrennung von Pflanzen freigesetzte CO2 wird von nachwachsenden Energiepflanzen wieder gebunden. Transport und Lagerung von Biomasse bergen zudem erheblich geringere Umweltrisiken als dies bei fossilen Energieträgern z. B. in Form undichter Erdgasleitungen, havarierter Öltanker oder geplatzter Ölpipelines oftmals der Fall ist.

Weitere Vorteile

Als rohstoffarmes Land ist Deutschland in hohem Maße auf den Import fossiler Energieträger angewiesen. Geld fließt aus der Region ins Ausland. Wird heimische Biomasse energetisch genutzt, bleibt die Wertschöpfung im Land und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wird reduziert.

Die Land- und Forstwirtschaft wird von Menschen betrieben, die in der Region verwurzelt sind. Ein Großteil der Aufwendungen für den Energieträger, dessen Gewinnung und Bereitstellung bleiben in der Region und kommen ihr wieder zugute. Dezentral erzeugte Energie aus Biomasse schließt nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvolle Kreisläufe.

Die Weiterentwicklung der energetischen Nutzung von Biomasse erfordert Innovationen. Diese gehen meist von kleinen bis mittleren Unternehmen aus. Sowohl bei der Forschung und Entwicklung als auch bei der Anwendung können sich deutsche Unternehmen neue zukunftsträchtige Märkte erschließen und Arbeitsplätze schaffen.

Nachteile

Mit der Nutzung von Biomasse als Energieträger sind auch Nachteile verbunden. Der Anbau von Biomasse kann dem Nahrungsmittelanbau Konkurrenz machen. Die starke Preissteigerung von Nahrungsmitteln in den Jahren 2007/2008 wurde häufig mit dem Anbau von Energiepflanzen in Verbindung gebracht. Dies führt zu immensen sozialen Problemen: Zu hohe Preise sind der Hauptgrund für Hunger in einigen Teilen der Welt. In den USA wird Bioethanol hauptsächlich aus Mais produziert, in Deutschland wird Biodiesel aus Pflanzenölen, zumeist Raps, produziert. Beide Pflanzen stehen mit Nahrungspflanzen in direkter Konkurrenz um die verfügbare Ackerfläche.

Eine Lösung des Problems könnten die so genannten Biokraftstoffe der zweiten Generation bieten. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass die gesamte Pflanze zur Produktion von Kraftstoffen genutzt werden kann. Somit können Pflanzenteile, die nicht für die Nahrungsmittelproduktion benötigt werden, zur Energiegewinnung genutzt werden.

Importierte Biomasse oder Biokraftstoffe können aus ökologisch fragwürdig angebauten Pflanzen produziert sein. Ein Beispiel ist der Anbau von Energiepflanzen auf gerodeten Regenwaldflächen. Weite Transportwege können zudem die positive Energiebilanz von Biokraftstoffen ins Negative verkehren.

Damit die Vorteile der Biomasse zum tragen kommen, ist es wichtig, auf eine saubere Verbrennung zu achten. In vielen Ländern dienen Holz oder Kuhdung als Heizmittel – auch heute noch beruht ein Großteil der weltweiten Energieerzeugung aus Biomasse auf diesen traditionellen Heizmitteln. Die einfachen Öfen, in denen sie häufig verbrannt werden, schaden Mensch und Umwelt. Wie bei fossilen Kraftstoffen auch, sind schlecht eingestellte Biomasseheizungen und -öfen ineffizient und führen zu erhöhtem Schadstoffausstoß. In Deutschland regelt die Immissionsschutzverordnung, wie viel Feinstaub und andere Schadstoffe bei der Verbrennung von Biomasse freigesetzt werden dürfen.

Potenzial von Biomasse

Letztlich haben Biokraftstoffe ein großes Potenzial. Da sie sich einfach speichern und transportieren lassen – häufig sogar mit der Infrastruktur der fossilen Energieträger – sind sie eine leicht zu nutzende Alternative für konventionelle Energieträger. Die Nutzung von Biokraftstoffen der zweiten Generation bietet bei Erzeugung aus regional angebauten Pflanzen eine ökologische Ergänzung des Kraftstoffangebots und somit eine sinnvolle Ausweitung des Energieangebots.


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