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letzte Änderung: 13.04.2012 

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Passivhaus

Acht-Familien-Passivhaus
Der Begriff Passivhaus beschreibt einen energetischen Standard für Gebäude. © Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES/Fotoautor: Ruedi Keiser, Stans

Der Begriff Passivhaus beschreibt einen energetischen Standard für Gebäude. Die baulichen Eigenschaften eines Passivhauses machen eine klassische Heizung überflüssig. Der Wärmebedarf wird fast vollständig durch passive Energiegewinne gedeckt, z. B. durch Sonneneinstrahlung sowie Abwärme von Bad, Küche und technischen Geräten.

Voraussetzung dafür ist eine drastische Senkung des Heizbedarfes in einem Passivhauses. Kompakte Bauweise, lückenlose und dicke Wärmedämmung, lückenlose Luftdichtheit, Wärmebrückenfreiheit, verschattungsfreie Südausrichtung, und dreifach verglaste Passivhausfenster mit gedämmtem Rahmen sind die Zauberwörter, die ein Passivhaus kennzeichnen.

Das Passivhaus verfügt außerdem standardmäßig über eine geregelte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Frische Außenluft wird außerhalb des Hauses angesaugt, dann über ein Erdrohr und einen Wärmetauscher vorgewärmt und ins Haus geleitet. Diese vorgewärmte frische Luft wird durch die verbrauchte alte Luft weiter in der Lüftungsanlage angewärmt und gelangt zugfrei in die Räume geführt. Für Allergiker kann auch auf einfache Weise ein Pollen- oder Staubfilter eingesetzt werden.

Selbstverständlich kann man in einem Passivhaus oder Effizienzhaus lüften  wie in jedem anderen Haus auch – man muss es nur nicht, weil die kontrollierte Wohnungslüftung jederzeit eine permanente Frischluftzufuhr sicherstellt. Dennoch können nach Belieben alle Fenster geöffnet und die gesteuerte Luftzufuhr komplett abgestellt werden.

Im Vergleich zu durchschnittlichen bestehenden Wohngebäuden benötigt ein Passivhaus nur ein Zehntel der Heizenergie - umgerechnet in Öl meist weniger als 1,5 Liter pro Quadratmeter im Jahr. Seinen geringen Restenergiebedarf vereint das Passivhaus mit einem deutlich erhöhten Wohnkomfort: Ohne Zugluft, Schimmel oder kalte Oberflächen, jedoch mit frischer Luft in angenehm warmen Räumen. Europaweit wurden bereits über 10.000 Wohneinheiten im Passivhausstandard errichtet, der größte Teil davon in Deutschland. Die Mehrinvestitionen für Passivhausqualität liegen bei fünf bis zehn Prozent der normalen Baukosten.


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