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Planung eines Effizienzhauses - Teil 1

- Die Energieeinsparverordnung schreibt bei Neubauten vor, welche Mindeststandards der Bauherr bei der Wärmedämmung einhalten muss. © Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES/Fotoautor: Toni Küng, 9100 Herisau
Für Bauherren beginnen die Überlegungen zur Planung eines Effizienzhauses bereits bei der Auswahl des Grundstücks und mit den ersten Entwürfen.
Bei der Planung eines Effizienzhauses ist es empfehlenswert, einen Architekten oder Ingenieur zu Rate zu ziehen, der Erfahrung im Bau von Effizienzhäusern vorweisen kann. Er sichert, dass die folgenden Maßnahmen nicht unabhängig voneinander, sondern nur in einem Gesamtkonzept geplant werden.
Tipp. In der Expertendatenbank der dena finden Sie geeignete Architekten, Bauingenieure oder Handwerker für die Umsetzung von energetischen Baumaßnahmen. Darunter auch Effizienzhaus-Experten, die über eine spezielle Qualifikation im Bereich energieeffizientes Bauen und Sanieren verfügen. Zur Expertendatenbank…
1. Kompakte Bauform
Je größer die Oberfläche eines Gebäudes im Verhältnis zu seinem Volumen ist, desto größer sind seine Wärmeverluste. Deshalb ist es ratsam, eine möglichst kompakte Form für das Haus zu wählen. Das verringert die Wärmeverluste und minimiert die Baukosten. Optimal ist die Form eines Würfels. Vorsprünge, Erker und Gauben hingegen sind Windfänger und erhöhen die Außenfläche, also die Gefahr von Wärmeverlusten.
2. Verschattung
Die Sonnenstrahlung heizt das Haus in der kalten Jahreszeit kostenlos, weshalb große Fensterflächen nach Süden sinnvoll sind. Im Sommer kann dies jedoch dazu führen, dass sich das Gebäude überhitzt. Deshalb benötigt ein Haus geeignete Schattenspender gegen die Sonnenhitze im Sommer. Baulich kann man dies auf unterschiedliche Weise erreichen: etwa durch optimal dimensionierte Dachüberstände und Balkone, richtig gepflanzte und ausgewählte Laubbäume im Garten oder auch durch bewegliche Schattenspender wie Rollos, Markisen, Fensterläden oder selbstverdunkelnde Scheiben. Es ist auch ein – auf die Bauform und den Standort des Hauses bezogen – günstiges Verhältnis von Fensterflächen und Wandanteilen zu finden, das solare Wärmegewinne im Winter und Minimierung der Aufheizung im Sommer gleichermaßen berücksichtigt.
3. Ausrichtung der Räume
In jedem Haus gibt es Zimmer, die wie das Wohnzimmer wärmer, andere, die kühler sein sollten (etwa Schlafzimmer). Außerdem entsteht in Küche und Bad Wärme ohne Heizen. Es ist sinnvoll, die Räume so anzuordnen, dass die mit dem höchsten Heizbedarf nach Süden zeigen, die mit dem geringsten hingegen auf der Nordseite gruppiert werden. Dieser Aspekt verliert allerdings umso mehr an Bedeutung, je besser die Wärmedämmung des Gebäudes ist.
4. Wärmedämmung
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt bei Neubauten vor, welche Mindeststandards der Bauherr bei der Wärmedämmung einhalten muss. Sie können durch eine lückenlose Dämmung und hochwertige Dämmstoffe aber deutlich übertroffen werden.
Bei der Ausführung der Wärmedämmung muss sorgfältig gearbeitet werden. Die Dämmschicht muss mit möglichst gleicher Dicke homogen das gesamte Gebäude umgeben. Wichtig ist auch, dass die Gebäudehülle keine Wärmebrücken aufweist und luftdicht ist. Bei der Auswahl von Dämmstoffen zählt nicht nur die Wärmeleitfähigkeit. Je nach Einsatzgebiet spielen auch Trittfestigkeit, Schallisolation, Brandverhalten und Feuerfestigkeit sowie die Verarbeitungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle.
Bei der Ausführungsplanung und dem Bau selbst ist es wichtig, auf Qualität zu achten, damit die Anschlüsse der Dämmung und der luftdichten Schicht an Fenster, Türen, Dachübergänge etc. auch sorgfältig durch erfahrene Ingenieure geplant und solide Handwerker ausgeführt werden. Empfehlenswert ist ein Qualitätssicherungs-Sachverständiger, der im Vier-Augen-Prinzip die Qualität der Planung und Baudurchführung überwacht. Dadurch kann sicher gestellt werden, das über die vielen Jahre der Nutzung auch die niedrigen, geplanten Energieverbräuche eingehalten werden.








