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letzte Änderung: 13.04.2012 

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Fenster erneuern - Bauliche Voraussetzungen

Altbau
Idealerweise sollte bei der Modernisierung gleichzeitig mit dem Einbau neuer Fenster auch ein Wärmedämmverbundsystem aufgebracht werden. Bild: Eicken & Mack

Neue, gut wärmeisolierte Fenster können die Wärmeverluste eines Gebäudes deutlich verringern. Um ein optimales Ergebnis zu erreichen sind aber weitere Punkte zu berücksichtigen, wie z. B. die Dämmung der anliegenden Wände und die Konstruktion der Übergänge.

Untersuchungen haben gezeigt, dass sich durch den Einsatz hochwärmegedämmter Fenster bei Ziegelmauerwerk ohne zusätzliches WDVS auf der Fassade eine Reduzierung der Wärmeverluste von 47 Prozent gegenüber herkömmlichen Fenstern mit Holzrahmen und Wärmeschutzverglasung ergab. Und dies trotz erheblicher Einbauwärmebrückenverluste über das Ziegelmauerwerk.

Der Ersatz der Fenster ist in der Regel nur ein erster Schritt zur Modernisierung im Altbau. Er allein verbessert die Situation nicht grundlegend, denn sämtliche Wärmebrücken des Altbauzustands bleiben erhalten und an zahlreichen Stellen liegen immer noch derart niedrige Oberflächentemperaturen vor, dass dort mit Schimmelbildung zu rechnen ist. Dies gilt auch für den Anschlussbereich des Fensters. Bei der Verwendung hochwärmegedämmter Fenster ist aus diesem Grund - ohne weitere Maßnahmen im Anschlussbereich - eine Überprüfung der sich ergebenden Oberflächentemperaturen notwendig.

Im Idealfall werden zeitgleich ein Wärmedämmverbundsystem aufgebracht und die Fenster erneuert. Die Fenster können dann ähnlich wie im Neubau von vornherein in der Dämmebene angeordnet werden.

Soll erst später zusätzlich ein Wärmedämmverbundsystem aufgebracht werden, so ist es sinnvoll, den Blendrahmen gleich bei der Fenstererneuerung außenbündig mit dem Mauerwerk einzusetzen. Dann kann die Außendämmung bei der späteren Modernisierung als Blendrahmenüberdämmung genutzt werden. Trotzdem können Durchfeuchtungen bei fehlendem baulichen Wetterschutz wie z.B. großem Dachüberstand, Laubengang, etc. entstehen. Deshalb muss unbedingt eine der Situation angepasste Abdichtungsmethode zur Ausführung kommen. Die zusätzliche Außendämmung ist wegen der wärmetechnischen "Schwachstellen" außenseitig montierter Fenster so kurzfristig wie möglich anzubringen.

Eine weitere Verbesserung der Einbausituation lässt sich durch die außenliegende Dämmung vor dem Blendrahmen erreichen. Sie reduziert den Wärmestrom am Fensteranschluss deutlich, ohne die verglaste Fläche zu verringern. Eine durchgehende Dämmung im Laibungsbereich - die sogenannte Zargendämmung - ist zwar noch effizienter. Sie verringert aber auch die verglaste Fensterfläche. Will man im Rahmen der Modernisierung die Fensterfläche bautechnisch vergrößern, sollte diese Zargendämmung gleich mit berücksichtigt werden.

Wird schließlich ein Wärmedämmverbundsystem mit 15 cm Stärke aufgebracht, verbessert sich der U-Wert der Wand von 1,2 W/m²K auf 0,22 W/m²K. Durch die fast vollständige Überdämmung des Blendrahmens sinkt der Fenster U-Wert im eingebauten Zustand auf 0,87 W/m²K.

Quelle: BINE Informationsdienst; projektinfo 10/03


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