Servicefunktionen
letzte Änderung: 13.04.2014 

Hauptinhalt
Aktueller Wertungsstatus

Mobilitätsmanagement

S-Bahn
Der öffentliche Nahverkehr ist eine umweltfreundliche Alternative zum individuell genutzten Auto. © philiph / photocase.com

Im Berufsverkehr in Deutschland entfallen jährlich 154 Mrd. Fahrzeugkilometer auf den motorisierten Individualverkehr. Hierdurch werden rund 29 Mio. t CO2-Emissionen verursacht. Mobilitätsmanagement kann helfen den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase um 5 bis 20 Prozent zu reduzieren – d.h. allein bezogen auf den Berufsverkehr zwischen 1,5 und 5,8 Mio. t CO2 einzusparen.

 

Mobilitätsmanagement soll die Verkehrsnachfrage beeinflussen. Vor allem durch Information und Beratung, aber auch durch bessere Koordination des Angebots werden die Verkehrsteilnehmer zur Veränderung ihres Mobilitätsverhaltens motiviert. Alternativen zum individuell genutzten Auto wie der Öffentliche Verkehr, Fuß- und Radverkehr, Fahrgemeinschaften und Carsharing werden mit einem umfangreichen Katalog möglicher Einzelmaßnahmen lokal gestärkt. Grundlage ist immer eine gemeinsame Bedarfsanalyse und daraus abgeleitete Strategie: Kommunen, Betriebe und öffentliche Einrichtungen arbeiten mit Einwohnern, Mitarbeitern, Kunden, Schülern etc. einerseits sowie mit Verkehrsunternehmen und Dienstleistern andererseits zusammen, um ein integriertes und umfassendes Konzept für eine effiziente, also klimafreundliche und kostengünstige Mobilität zu erarbeiten und umzusetzen.

Eine breite Palette ganz unterschiedlicher Maßnahmen steht dabei zur Verfügung, die Einstellungen und Verhaltensweisen der Verkehrsteilnehmer zu beeinflussen:

  • Beratung zu vorhandenen Angeboten, zu Mobilitätsalternativen und ihrer Nutzung
  • verbesserte Information über den Öffentlichen Nahverkehr (z. B. online)
  • Motivierung der Menschen zu Verhaltensänderungen etwa durch Anreize oder durch Kampagnen (kostenlose Schnuppertickets)
  • Aushandlung von Job-Tickets
  • Bereitstellung von Fahrrad-Abstellanlagen, Duschen und Umkleidemöglichkeiten in Unternehmen
  • Schaffung „neuer“ Angebote durch Koordination unterschiedlicher Anbieter, z.B. Aufbau von privaten und dienstlichen Carsharing-Systemen und Fahrgemeinschaftsbörsen oder Fahrplanoptimierung
  • Parkraumbewirtschaftung (z. B. mit Vergünstigungen für Fahrgemeinschaften)
  • Bildungsangebote zur Förderung von Mobilitätskompetenz, also der Fähigkeit, situationsangemessen unterschiedliche Verkehrsmittel sicher und souverän zu nutzen und ihre Auswirkungen auf die persönliche Gesundheit einzuschätzen
  • Kooperationen zwischen Kommunen, Betrieben und Mobilitätsdienstleistern zur schnellen und wirkungsvollen Verbesserung der umweltschonenden Erreichbarkeit der Verkehrsziele (z.B. Fahrradwege, Fahrradstraßen, Busspuren, Vorrangschaltungen, Park & Ride-Anlagen)

Bisherige Erfahrungen zeigen, dass – je nach Umfang und Intensität der Maßnahmen – der Anteil der Pkw-Alleinfahrten um 10 bis 20 Prozent gesenkt werden und auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel verlagert werden kann. Dies ist nicht nur ein wichtiger Beitrag zum aktiven Klimaschutz im Verkehr, sondern fördert auch die Gesundheit, steigert die Lebensqualität und sichert die Mobilität in der Region. Darüberhinaus profitieren Betriebe und Kommunen von sinkenden Kosten, besserer Luft und optimierter Erreichbarkeit. Durch die höhere Auslastung aller Verkehrsträger werden Sprit-, Stau- und Parkraumkosten eingespart, die Verkehrsunternehmen erzielen mehr Einnahmen, und die Kommunen müssen weniger Mittel in Ausbau, Bereitstellung sowie Instandhaltung der Straßeninfrastruktur investieren.

Tipp. Detaillierte Informationen zum Mobilitätsmanagement finden Sie auf www.effizient-mobil.de .


Bewerten Sie diesen Artikel:
schlecht mangelhaft gut sehr gut
Fragen Sie unsere Experten