Zu den erneuerbaren Energien zählen streng genommen nur die Sonne, die Erdwärme und die Gravitation. Um sie praktisch zu nutzen, muss man unterschiedliche Energieträger einsetzen, in denen sich diese Ur-Quellen manifestieren. weiter
Das Innere der Erde ist sehr heiß, wie Vulkane und Geysire zeigen. Erdwärme zählt weltweit zu den ergiebigsten erneuerbaren Energiequellen. Diese Wärme zu nutzen ist Ziel der Geothermie. weiter
Im norddeutschen Becken finden sich in porösem Sandstein in einer Tiefe von 1,5 - 2,5 km große Thermalwasservorkommen. Je nach Tiefenlage und Schicht kann der Salzgehalt zwischen 80 und 350 g/l betragen. weiter
In über 60 Ländern existieren Anlagen zur Nutzung der Erdwärme. Auf den Philippinen sowie in El Salvador, Nicaragua, Island, Costa Rica, Kenia und Neuseeland trägt Geothermie bereits zwischen 5 und 20 Prozent zur nationalen Stromerzeugung bei. weiter
Bei der hydrothermalen Geothermie werden heiße Tiefenwässer gefördert. Das in diesem natürlichen Reservoir zirkulierende Thermalwasser kann je nach Förderrate und Temperatur zur Erzeugung von Strom und Wärme oder lediglich Wärme genutzt werden. weiter
Die Nutzung von tief liegenden Wärmereservoiren, welche keine oder nur eine sehr geringe Wasserführung aufweisen, wird über so genannte petrothermale Systeme realisiert. weiter
Unter der Erdoberfläche steigt die Temperatur mit zunehmender Tiefe im Mittel um 3 °C pro 100 m an. Diese Wärme kann energetisch nutzbar gemacht werden. weiter
Schon ab einer Tiefe von ca. zwei Metern herrschen relativ konstante Temperaturen um die 8 °C. Je größer der Unterscheid zur Temperatur in Gebäuden, desto besser kann der Temperaturunterschied über einen Erdwärmetauscher genutzt werden. weiter
Allein schon wegen der unabsehbar großen Energievorräte in der Erde ist die Geothermie eine vielversprechende Energieform. Wie die Ereignisse im Jahr 2008 am Oberrheingraben verdeutlichten, sind Risiken allerdings nicht zu unterschätzen. weiter
In Deutschland werden 24 größere, hydrothermale Anlagen mit thermischen Leistungen zwischen 100 kW und 20 MW betrieben. Insgesamt sind etwa 128 MWth Leistung installiert. weiter
Seit 1995 ist das geothermische Heizwerk in Neustadt-Glewe in Betrieb. Ein wichtiges Argument für diesen Standort war die im Vergleich zu den Anlagen in Waren und Neubrandenburg hohe Temperatur des Aquifers von 100 °C. weiter
In der Geothermie-Anlage Neustadt-Glewe produziert eine Organic-Rankine-Cycle-Anlage (ORC) seit 2003 Strom. Die Leistung der Anlage beträgt 210 kW und sie erzeugt pro Jahr ca. 1,2 GWh Strom. weiter
Mit dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, das seit Anfang 2009 das erfolgreiche Erneuerbare-Energien-Gesetz ergänzt, sollen die Voraussetzungen für einen schnelleren Aufschwung erneuerbarer Energieträger im Wärmemarkt geschaffen werden. weiter
Was alles an Energie in der Erde steckt und was man damit anfangen kann, lässt sich mit Hilfe eines Arbeitsheftes des Bundesverbands Geothermie e.V. sehr anschaulich nachvollziehen. weiter