Servicefunktionen
letzte Änderung: 13.04.2014 

Hauptinhalt
Aktueller Wertungsstatus

Novellierung der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung

Mann auf Sofa
Die Novelle der Kleinfeuerungsverordnung gibt alle Anforderungen an Kleinfeuerungsanlagen wie Fristen und Grenzwerte vor.

Die Belastung durch Feinstaub und andere Schadstoffe aus Wärmeerzeugungsanlagen unterliegt strengen Kontrollen und Richtlinien. Die Novelle der Kleinfeuerungsverordnung (1. BImSchV) gilt ab März 2010 und gibt alle Anforderungen an Kleinfeuerungsanlagen wie Fristen und Grenzwerte vor.

Die wesentlichen Ursachen für die höheren Belastungen liegen in dem steigenden Einsatz von Holz und in den nicht mehr zeitgemäßen Regelungen der Verordnung, die im Jahr 1988 letztmals für Festbrennstoffanlagen angepasst wurden. In der Novelle der 1. BImSchV werden vor allem die Schadstoffgrenzwerte für kleine Einzelraumfeuerungsanlagen und die Mindestwirkungsgrade verschärft. Strenge Emissionsgrenzwerte für Kohlenmonoxid sollen den Einsatz verbesserter Verbrennungstechniken fördern, auch um die Geruchsbelästigungen in der Umgebung zu reduzieren. Für die meisten bestehenden Feuerungsanlagen sieht die Verordnung eine Nachrüstungspflicht vor, allerdings mit recht langen Übergangsfristen bis 2014 oder 2024.

Wegen der steigenden Beliebtheit von Holzfeuerungen wird der Gesetzgeber auch die gesundheitsgefährdenden Feinstaubemissionen regeln. Die novellierte Verordnung gilt für alle Anlagen schon ab 4 Kilowatt Nennwärmleistung, weil viele Wohnhäuser immer besser gedämmt sind und Heizanlagen effektiver arbeiten.

Mit der neuen BImSchV werden auch die gesetzlich vorgeschriebenen Überwachungsintervalle verlängert. Die bisher jährliche Überwachung wurde auf einen zwei- bis dreijährlichen Turnus umgestellt. Grund dafür ist der technische Fortschritt bei Öl- und Gasheizungen, die heute wesentlich zuverlässiger arbeiten als noch vor 20 Jahren.

Fristen

1.) Für alle neuen Einzelraumfeuerungsanlagen ist eine Typenprüfung vorgesehen. Bei dieser Typenprüfung wird untersucht, ob eine Feuerungsanlage die neuen Emissionsgrenzwerte für Staub und Kohlenstoffmonoxid (CO) sowie die Mindestwirkungsgrade einhalten kann.

2.) Bestehende Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe, die die neuen Grenzwerte nicht einhalten, sollen mit einem Filter nachgerüstet oder außer Betrieb genommen werden. Die Pflicht, diese Grenzwerte einzuhalten, trifft die alten Feuerungsanlagen schrittweise. Hier gibt es einen langfristigen Zeitplan zur Außerbetriebnahme beziehungsweise zur Nachrüstung dieser Anlagen. Es müssen also nicht alle bestehenden Kaminöfen und Kachelöfen ausgetauscht werden. Aber es muss nachgewiesen werden, dass die Feuerungsanlage die Grenzwerte einhält.

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Nachweis einer Bescheinigung des Herstellers vorweisen, der zeigt, dass der Typ der Feuerungsanlage die Grenzwerte auf dem Prüfstand einhält.
  • Vor-Ort-Prüfung, ob die Feuerungsanlage die Grenzwerte einhält.
  • Nachträglicher Einbau eines Filters zur Reduzierung der Staubemissionen nach dem Stand der Technik.

Bestehende Einzelraumfeuerungsanlagen, die den Anforderungen entsprechen, können zeitlich unbegrenzt weiterbetrieben werden. Die restlichen Einzelraumfeuerungsanlagen unterliegen einem lang angelegten Austauschprogramm.

Zeitplan zur Außerbetriebnahme bzw. zur Nachrüstung bestehender Anlagen

Zeitpunkt der Typenprüfung (lt. Typenschild) Zeitpunkt der Nachrüstung bzw. Außerbetriebnahme
Vor dem 01.01.1975 oder Jahr der Typenprüfung nicht mehr feststellbar 31.12.2014
01.01.1975 - 31.12.1984 31.12.2017
01.01.1985 - 31.12.1994 31.12.2020
01.01.1995 bis zum Inkrafttreten der Verordnung 31.12.2024

3.) Neue Heizungsanlagen sollen die neuen Grenzwerte einhalten, die dem derzeitigen Stand der Technik entsprechen und von modernen Anlagen heute eingehalten werden können.

4.) Bestehende Heizungsanlagen für Festbrennstoffe sollen nach einer bestimmten Übergangsfrist die neuen Grenzwerte einhalten. Diese Frist hängt davon ab, wann der Anlagentyp erstmals auf dem Markt gekommen ist. Können die Grenzwerte nach Ablauf der Übergangsfrist nicht eingehalten werden, ist ein Austausch der Heizungsanlage erforderlich.

Ausnahmen

Einige bestehende und ältere Feuerungsanlagen brauchen auch künftig die Grenzwerte nicht einzuhalten. Private Kochherde, Backöfen und Badeöfen, offene Kamine sowie vor 1950 errichtete Öfen (so genannte historische Öfen) fallen nicht unter das Austausch- und Nachrüstungsprogramm.
Auch für Grundöfen und eingemauerte Öfen wie Kamineinsätze oder Kachelofeneinsätze sieht die Novelle der 1. BImSchV Sonderregelungen vor, da diese Öfen aufgrund ihrer Bauweise nur mit sehr viel Aufwand austauschbar sind.


Bewerten Sie diesen Artikel:
schlecht mangelhaft gut sehr gut
Fragen Sie unsere Experten