Servicefunktionen
letzte Änderung: 29.07.2010 

Hauptinhalt
Aktueller Wertungsstatus

Wärmemengenzähler

Verschiedene Arten von Wärmemengenzählern+
© Zenner

Wärmemengenzähler dienen wie Heizkostenverteiler der Ermittlung des Wärmeverbrauchs. Im Gegensatz zu Heizkostenverteilern messen sie jedoch den physikalischen Durchfluss von Energie. Die Wärmemenge, die einem Verbraucher über einen Heizkreislauf zugeführt wird, errechnet sich aus dem gemessenen Volumenstrom des Heizwassers und der Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf des Heizkreislaufs.

Die gemessene Heizenergie wird in Gigajoule (GJ) oder Megawattstunden (MWh) angegeben. Die vom Messgerät erfasste Heizenergie ist die Wärmeenergie, die in einem bestimmten Zeitraum an eine Verbrauchseinheit abgegeben wurde, eventuell unter Einbeziehung anderer Bedarfskomponenten wie z. B. der Warmwasserbereitung. Ist der Messzeitraum ein Jahr, so wird der Jahreswärmebedarf vom Wärmezähler registriert.

Wärmemengenzähler werden vor allem durch Energieversorgungsunternehmen in Häusern mit Fernwärmeversorgung eingesetzt, oder wenn verschiedene Nutzergruppen zwischen Gebäudeteilen (z. B. Läden und Wohnungen) oder Heizungsanlagenteilen (z. B. Heizung und Brauchwassererwärmung) getrennt erfasst werden sollen. Auch in einzelnen Wohnungen kommen Wärmezähler zum Einsatz, wenn Heizkostenverteiler als preiswertere Alternative nicht in Frage kommen, z. B. bei Fußbodenheizung.

So arbeitet ein Wärmemengenzähler: Ein Messgerät für Volumenstrom und ein Temperaturfühlerpaar melden ihre Daten an ein Rechenwerk, das aus den Daten die Wärmemenge errechnet.+
Bauprinzip eines Wärmemengenzählers © Verbraucherzentrale Bayern

Aufbau

Wärmemengenzähler bestehen prinzipiell aus einem Messgerät für den Volumenstrom (Durchflussmesser, Wasserzähler), einem Temperaturfühlerpaar und einem elektronischen Rechenwerk. In Ultraschallmessgeräten wird anstelle des Volumenstromes die mittlere Strömungsgeschwindigkeit zusammen mit dem Rohrquerschnitt als Berechnungsgrundlage verwendet.

Das Volumenmessteil ist entweder mechanisch drehend oder statisch nach dem Ultraschallprinzip ausgeführt. Als mechanische Messteile kommen Flügelradzähler zum Einsatz, sowie Woltmannzähler. Ultraschallzähler machen sich den Umstand zunutze, dass entgegenlaufende Schallwellen unterschiedliche Laufzeiten haben, womit sich eine Laufzeitdifferenz ermitteln lässt.

Die Temperaturfühler zur Erfassung des Heizungsvor- und Rücklaufs sind zumeist Platin-Widerstandsthermometer, welche im Kleinwärmezählerbereich fest integriert sind, oder bei größeren Einheiten von außen über spezielle Anschlussstücke angebracht werden können.

Das Rechenwerk verknüpft die ankommenden Signale vom Volumenmessteil und den Temperaturfühlern. Die Integration im Rechenwerk liefert die Wärmemenge, die auf dem Display in einer auszuwählenden Einheit (GJ oder Mwh) angezeigt wird. Zusätzliche Informationen können auf Wunsch abgerufen werden, wie beispielsweise der aktuelle Durchfluss, die Wärmeleistung oder eine akkumulierte Wärmemenge innerhalb einzugebender Stichtage.

Bauarten

Wärmemengenzähler kommen in verschiedenen Bauarten vor, insbesondere als

  • Kompaktwärmezähler: Rechenwerk und Volumenmessteil sind in einem Gehäuse verbaut. Das Temperaturfühlerpaar wird von außen angeschlossen.
  • Verbund von einem Volumenmessteil (meist ein Warmwasserzähler), einem Rechenwerk und einem Temperaturfühlerpaar.
  • zusätzlich gibt es Wärmezähler mit Stichtagsmodulen oder Funkmodulen zur Fernübertragung so dass der Mieter beim Auslesen nicht anwesend sein muss

Messfehler

Die Messfehler eines Wärmezählers ergeben sich aus den Fehlern seiner Teilkomponenten oder treten bei einer falsche Einbauweise auf (Temperaturfühler falsch positioniert, unkorrekte Verkabelungen). Die Messfehler des Volumenmessteils sind vom Durchfluss abhängig; besonders wenn der Volumenstrom zu klein bzw. das Messteil zu groß dimensioniert ist, kann es zu Fehlern kommen. Im Anlaufbereich muss die Strömungsenergie die Lagerreibung überwinden, bis sich das Rad zu drehen beginnt und den Durchfluss feststellt. Hier treten die größten Messfehler auf. Zu deren Vermeidung müssen die Zähler so ausgelegt werden dass dieser Bereich sich im Betrieb nicht einstellt. In den anderen Bereichen liegen die Messfehler bei gut funktionierenden Geräten zwischen +/-2 Prozent und +/- 5 Prozent.

Die Messung der Temperaturdifferenz ist ebenfalls mit einem Fehler behaftet, der bei geringen Temperaturdifferenzen schnell relativ groß werden kann. Bei einer Temperaturdifferenz von z.B. 10K kann der Fehler schon bei sechs Prozent liegen, wenn die Messungenauigkeit +/- 0,3 K beträgt

Auch wenn das Display oder die Batterie ausfallen, kommt es zu fehlerhaften Mess- oder Ablesewerten.

Eichung

Aber werden Wärmezähler zur Abrechnung von Heizkosten eingesetzt, müssen sie laut Eichgesetz geeicht sein. Bei der Eichung werden die Temperaturfühler erst einzeln geprüft und dann Paare mit zueinander passender Fehlerkennlinie gebildet, die nicht mehr getrennt werden dürfen. Die Volumenmessteile werden unabhängig hiervon geprüft. Die Eichgültigkeit beträgt bei Wärmezählern fünf Jahre.

Autor: Redaktion 


Bewerten Sie diesen Artikel:
schlecht mangelhaft gut sehr gut
Nachfrage zum Artikel