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letzte Änderung: 29.07.2010 

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Frischluftbedarf und Lüftungsverhalten

Wie viel Frischluft braucht der Mensch? © FreeStockPhotos.com

Mehr als zwei Drittel des Tages verbringen wir in geschlossenen Räumen. Aber jeder Mensch benötigt je nach Aktivitätsgrad etwa 30 m³ frische Luft pro Stunde. Gebäude müssen deswegen regelmäßig gelüftet werden, um ein gesundes und angenehmes Raumklima herzustellen. Den Frischluftbedarf kann man unterschiedlich energieeffizient decken.

Für das Lüften ist die wichtige Größe die Luftwechselrate. Sie gibt an, wie häufig pro Stunde die gesamte Raumluft erneuert worden ist. Eine Luftwechselrate von 0,3 bis 0,8 pro Stunde reicht bei normaler Nutzung aus, um ausreichende Frischluftzufuhr zu gewährleisten. Diese kann entweder durch Fensterlüftung oder mit mechanischen Lüftungsanlagen mit und ohne Wärmerückgewinnung erreicht werden.

Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) hat als Lüftungswärmeverlust errechnet, dass eine Luftwechselrate von 1 bei einer 75 m² großen Wohnung ca. 700 l und bei einem Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 140 m² ca. 1.250 l Heizölverbrauch pro Winter entspricht. Durch das Vermeiden von Lüftungsfehlern lassen sich Heizkosten senken.

Fensterlüftung

Energiesparende Fensterlüftung  erfordert aktive, mitdenkende Nutzer. Die notwendige Dauer der Öffnung hängt von der Witterung ab. Im Winter können die Öffnungszeiten kurz sein, weil durch die höhere Temperaturdifferenz der Luftwechsel zwischen innen und außen schneller erfolgt. Zum anderen haben die Windverhältnisse Einfluss. Auf der dem Wind zugewandten Seite strömt wegen der Druckverhältnisse vermehrt Kaltluft ein, während auf allen anderen Seiten ein leichter Unterdruck entsteht, durch den warme Luft aus dem Gebäude gesogen wird. Die Tabelle zeigt den Einfluss der Außentemperatur auf die Dauer eines kompletten Luftwechsels.

Fenster kippen

Die Wohnungslüftung mit gekipptem Fenster ist nur während des Sommerhalbjahres sinnvoll. Während der Heizperiode führt sie zu mehrfach überhöhten Luftwechselraten und kühlt die Raumoberflächen unnötig aus. Dadurch wird die Behaglichkeit beeinträchtigt und die Kondensation von Wasserdampf gefördert. Sinnvoller ist die so genannte Stoßlüftung. Dabei wird das ganze Fenster geöffnet.

Richtig lüften im Winter

Im Winter wird, bei abgestelltem Heizkörper, in 4 bis 6 Minuten die komplette Luft ausgetauscht. Die Oberflächen im Raum verlieren nur wenig Wärme. Nach dem Schließen der Fenster und dem Wiederanstellen der Heizung herrscht bald wieder eine behagliche Raumtemperatur .

Monate Ungefähre Lüftungszeit in Abhängigkeit von der Außentemperatur (in Deutschland)
Januar, Februar, Dezember 4 - 6 Minuten
März, November 8 - 10 Minuten
April, Oktober 12 - 15 Minuten
Mai, September 16 - 20 Minuten
Juni, Juli, August 25 - 30 Minuten
Die Monatsangaben orientieren sich an den durchschnittlichen Temperaturwerten. Ungefähre Dauer der Lüftung für einen kompletten Luftwechsel bei ganz geöffnetem Fenster und Windstille je nach jahreszeitlicher Außentemperatur (IWU)

Quelle: BINE Informationsdienst - "Frischluft und Energiesparen", basisEnergie Nr. 12

Autor: BINE Informationsdienst 


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