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Frischluftbedarf und Lüftungsverhalten

- Pro Stunde benötigt ein Mensch circa 30 m³ frische Luft. © vonnypony / photocase.com
Der Mensch benötigt je nach Aktivitätsgrad etwa 30 m³ frische Luft pro Stunde. Dabei verbringen wir über zwei Drittel des Tages in geschlossenen Räumen. Gebäude müssen also für ein gesundes und angenehmes Raumklima regelmäßig gelüftet werden.
Für das Lüften gibt die Luftwechselrate an, wie häufig pro Stunde die gesamte Raumluft erneuert wird. Eine Luftwechselrate von 0,3 bis 0,8 pro Stunde reicht bei normaler Nutzung für die ausreichende Frischluftzufuhr aus. Der Luftwechsel kann entweder durch Fensterlüftung oder mit Lüftungsanlagen (mit oder ohne Wärmerückgewinnung) erreicht werden.
Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) hat als Lüftungswärmeverlust (Wärmeverlust an die Umwelt durch u. a. unachtsames Lüften) errechnet, dass eine Luftwechselrate von 1 bei einer 75 m² großen Wohnung ca. 700 Litern und bei einem Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 140 m² ca. 1.250 Litern Heizölverbrauch pro Winter entspricht. Durch das Vermeiden von Lüftungsfehlern lassen sich Heizkosten senken.
Fensterlüftung
Das energiesparende Lüften von Räumen und Gebäuden erfordert aktive, vorausschauende Nutzer. Die notwendige Dauer der Öffnung hängt dabei auch von der Witterung ab. Im Winter müssen Fenster für die optimale Lüftung nicht so lange geöffnet bleiben, weil durch die hohe Temperaturdifferenz der Luftwechsel zwischen innen und außen schneller als in warmen Zeiten erfolgt. Auch der Wind hilft: Auf der dem Wind zugewandten Seite strömt wegen der Druckverhältnisse vermehrt Kaltluft ein, während auf allen anderen Seiten ein leichter Unterdruck entsteht, durch den warme Luft aus dem Gebäude gesogen wird. Die Tabelle zeigt den Einfluss der Außentemperatur auf die Dauer eines kompletten Luftwechsels.
Fenster kippen
Die Lüftung mit gekippten Fenstern ist nur während des Sommerhalbjahres sinnvoll. Während der Heizperiode führen dauerhaft gekippte Fenster zu sehr hohen Luftwechselraten und Raumoberflächen kühlen unnötig aus. Dadurch wird die Behaglichkeit beeinträchtigt und die Kondensation von Wasserdampf gefördert. Sinnvoller ist die so genannte Stoßlüftung, bei der die Fenster komplett geöffnet werden.
Richtig lüften im Winter
Im Winter kann bei abgestelltem Heizkörper in vier bis sechs Minuten durch Stoßlüftung die komplette Raumluft ausgetauscht werden. Die Oberflächen im Raum verlieren nur wenig Wärme. Nach dem Lüften reichen wenige Minuten aus, um das behagliche Raumklima wiederherzustellen.
| Monate | Ungefähre Lüftungszeit in Abhängigkeit von der Außentemperatur (in Deutschland) |
|---|---|
| Januar, Februar, Dezember | 4 - 6 Minuten |
| März, November | 8 - 10 Minuten |
| April, Oktober | 12 - 15 Minuten |
| Mai, September | 16 - 20 Minuten |
| Juni, Juli, August | 25 - 30 Minuten |
| Die Monatsangaben orientieren sich an den durchschnittlichen Temperaturwerten. | Ungefähre Dauer der Lüftung für einen kompletten Luftwechsel bei ganz geöffnetem Fenster und Windstille je nach jahreszeitlicher Außentemperatur (IWU) |
Quelle: BINE Informationsdienst - "Frischluft und Energiesparen", basisEnergie Nr. 12









