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letzte Änderung: 13.04.2014 

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Emissionshandel

Kraftwerk und Stromleitung
Der Emissionshandel schafft Anreize, den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen zu senken.

Der internationale Handel mit Emissionsrechten ist Bestandteil des Kyoto-Protokolls und hat in der Europäischen Union am 1. Januar 2005 begonnen. Die erste Handelsperiode geht von 2005 bis 2007, die zweite Handelsperiode umfasst die Jahre 2008 bis 2012.

Im Rahmen des Kyoto-Protokolls  haben sich die beteiligten Partnerstaaten verpflichtet, den Ausstoß klimaschädlicher Gase im Zeitraum 2008 bis 2012 um rund 5 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Die Europäische Union hat zugesagt, ihre Emissionen während der Jahre 2008 bis 2012 um acht Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu verringern. Eines der Instrumente, um zur Treibhausgasreduktion beizutragen, ist der Emissionshandel.

Der Emissionsrechtehandel schafft Anreize, den Ausstoß der klimaschädlichen Gase, z. B. von Kohlenstoffdioxid, auf die vereinbarten Mengen zu senken. Am Emissionshandel nehmen Unternehmen teil – in Deutschland beispielsweise 2010 die Betreiber von 1665 Anlagen (z. B. große Feuerungsanlagen, größere Anlagen der energieintensiven Industrie, wie Stahlwerke, Raffinerien und Zementwerke). Die Zertifikate werden pro Periode zugeteilt und können dann am Markt gehandelt werden. Durch Reduktion der Zuteilungsmenge werden die Unternehmen dazu gebracht, Maßnahmen umzusetzen, um ihren Treibhausgasausstoß zu verringern. In der zweiten Handelsperiode wird die jährliche Zuteilungsmenge für den Emissionshandelssektor beispielsweise auf 451,86 Mio. t CO2 begrenzt.

Erreicht das Unternehmen die vorgeschriebenen Emissionsreduktionen, kann es nicht benötigte Zertifikate verkaufen. Verfehlt es die Zielsetzung, weil beispielsweise keine Maßnahmen zur Emissionssenkung erfolgt sind, kann das Unternehmen Zertifikate am Markt zukaufen. Dies ist beispielsweise auch dann wirtschaftlich, wenn die eigenen Maßnahmen teurer ausfallen würden als der Zukauf von Zertifikaten. Die Emissionen werden also dort reduziert, wo die Vermeidung am kostengünstigsten ist. Erfüllt das Unternehmen seine Minderungsverpflichtung nicht, werden Sanktionen fällig. Die nicht erreichte Minderungsverpflichtung muss im Folgejahr zusätzlich erbracht werden.

Emissionshandel in der EU

Der Emissionshandel in der EU betrifft in der ersten Handelsperiode ca. 12.000 energieintensive Unternehmen, die etwa 50 Prozent der Treibhausgasemissionen in der EU verursachen. Von den einzelnen Staaten werden Emissionszertifikate vergeben, die dann innerhalb der EU von den Unternehmen genutzt oder gehandelt werden können.

Emissionshandel in Deutschland

Innerhalb der EU gibt es keinen separaten nationalen Emissionshandel. Die Unternehmen sind automatisch Teilnehmer des "Emissionshandelsplatzes Europa". In Deutschland nehmen derzeit die Betreiber großer Energieanlagen und energieintensiver Industrieanlagen am Emissionshandel teil. Die für Deutschland zur Verfügung stehenden Emissionszertifikate werden an diese Unternehmen ausgegeben und können dann (unterschiedlich) genutzt werden:

  • Einlösen
    Die Zertifikate können für die unternehmenseigenen Treibhausgasemissionen eingelöst werden.
  • Verkauf
    Verursacht ein Unternehmen weniger Treibhausgase, als auf den Zertifikaten ausgewiesen ist, kann es die nicht benötigten Emissionszertifikate verkaufen.
  • Ankauf
    Verursacht ein Unternehmen mehr Treibhausgase, als auf den Zertifikaten ausgewiesen ist, muss es freie Emissionsmengen von anderen Unternehmen aufkaufen.

Durch die zugeteilten  Emissionszertifikate werden die Unternehmen gezwungen, die Treibhausgasemissionen als betriebswirtschaftlichen Posten in ihre Kalkulation einzubeziehen. Die Zertifikate werden frei gehandelt; der Preis wird somit letztlich vom Markt bestimmt. Eine Tonne CO2 kostete in der ersten Jahreshälfte 2010 durchschnittlich ca. 15 Euro.


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