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letzte Änderung: 13.04.2014 

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Strom, Wärme und Kraftstoffe mit Biomasse

Biogasanlage
Der Ausbau der Bioenergienutzung geht kontinuierlich voran. Quelle: Schmack Biogas GmbH

Der Ausbau der Bioenergienutzung geht kontinuierlich voran: Die Branche steigerte 2010 ihre Umsätze wie in den Vorjahren um durchschnittlich etwa fünf Prozent auf ca. zwölf Mrd. Euro. Die Beschäftigung im Bioenergiesektor belief sich im gleichen Zeitraum auf ca. 128.000 Personen. 

Das Wachstumspotenzial wird von den Fachverbänden weiterhin als sehr hoch eingeschätzt. Der Anteil zur Endenergiebereitstellung kann demnach bis 2020 bei der Biomasse-Verstromung auf etwa 9,5 Prozent sowie bei Biowärme und Biokraftstoffen auf über zehn Prozent steigen.

Entwicklung des biogenen Strommarktes

Die Verstromung von Biomasse geschieht hauptsächlich in Kraftwerken mit hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung . Der Beitrag von Biomasse-Strom (inkl. des biogenen Anteils von Abfall, Deponiegas, Klärgas) an der deutschen Bruttostromerzeugung betrug im Jahr 2010 etwa 34 Terawattstunden (TWh) – ca. 5,6 Prozent. 16,9 TWh wurden dabei mit fester Biomasse erzeugt, 12,8 TWh mit Biogas.

Biomasse im Wärmemarkt

Im Jahr 2010 wurden aus Biomasse 127 TWh Endenergie in Form von Wärme bereitgestellt, was einem Anteil von ca. neun Prozent am gesamten Wärmeenergieverbrauch in Deutschland und einer Steigerung von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Insbesondere feste Biomasse mit 113 TWh kam dabei zum Einsatz, z. B. in Form des klassischen Scheitholzes, welches in großen Mengen in Kaminen verbrannt wird. Ein großer Teil der festen, flüssigen oder gasförmigen biogenen Brennstoffe wird zur Nahwärmeversorgung in kleineren Heizkraftwerken verbrannt.

Auch die Nachfrage nach hocheffizienten Holzpelletheizungen hielt weiter an, der Pelletinlandsbedarf stieg im Jahr 2010 um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,2 Mio. Tonnen. Ungefähr 140.000 Pelletheizanlagen sind in Deutschland installiert und erzeugen Wärme.

Biogas und Rapsöl werden meist in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen strom- und wärmeerzeugend verbrannt, während die Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz noch am Anfang steht. Die Anbaufläche für nachwachsende Rohstoffe im Bereich der Biogasnutzung ist jedoch auch im Jahr 2010 um rund ein Fünftel auf ca. 650.000 Hektar (ha) gegenüber 2009 angewachsen.

Biokraftstoffe

Rund 30 Prozent der gesamten Endenergie in Deutschland werden im Verkehrssektor verbraucht. Bis zum Jahr 2000 wurden fast ausschließlich fossile Ressourcen (Erdöl) zur Kraftstoffbereitstellung verwendet, die zum überwiegenden Teil importiert wurden. Danach stieg der Marktanteil für Biokraftstoffe von 0,4 Prozent im Jahr 2000 über 1,8 Prozent 2004 bis auf 7,2 Prozent im Jahr 2007. Seit 2008 ist die Biokraftstoffbereitstellung aufgrund veränderter politischer Rahmenbedingungen allerdings rückläufig und betrug 2009 noch 5,5 Prozent.

Die künftige Förderung und der Ausbau von Biokraftstoff werden davon abhängig sein, ob es gelingt, die Erzeugung nachhaltig zu gestalten und eine reale Treibhausgasminderung durch den Einsatz von Biodiesel, Pflanzenöl oder Bioethanol nachzuweisen. Gleichzeitig gilt es, für die derzeit rund 23 Tausend Menschen in der Biokraftstoffbranche Sorge zu tragen.
Im Jahr 2020 sollen biogene Kraftstoffe nach den Zielen der Bundesregierung einen Anteil von energetisch 17 Prozent (energetisch) am gesamten Kraftstoffverbrauch erreichen.


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