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Windindustrie in Deutschland

- Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist die Energieerzeugung aus Windkraft stark gestiegen. Quelle "juwi"
Deutschland zählt weltweit zu den führenden Windenergienationen. Die deutsche Windindustrie ist mit ca. acht Milliarden Euro für rund ein Viertel der globalen Wertschöpfung im Windsektor verantwortlich und wies 2010 mit 27.215 Megawatt (MW) die dritthöchste installierte Bruttostromerzeugungskapazität auf. Eine historisch gewachsene Entwicklung.
Die moderne Windenergienutzung – Ziel war die Versorgung strukturschwacher ländlicher Regionen mit Gleichstrom – begann 1891 in Dänemark. Gestützt durch die hohen Energiepreise während des 1. Weltkrieges waren bis 1918 etwa 120 Anlagen (Leistung jeweils 10 bis 35 kW) in Betrieb. Dänemark, die damalige UdSSR und Deutschland setzten die Windenergieforschung in den 1920er Jahren fort. In den USA ging 1941 die erste Großanlage (1.250 kW) zur netzgebundenen Stromerzeugung in Betrieb.
Nach dem 2. Weltkrieg sanken zunächst die Energiepreise und das Interesse an der Windenergie. In Frankreich, Großbritannien, Dänemark und Deutschland wurden aber Versuchsanlagen errichtet. Von 1958 bis 1968 war auf der schwäbischen Alb eine 100 kW-Anlage in Betrieb, die bereits über aerodynamische Rotorblätter aus Glasfaserverbundmaterial mit Pendelnabe verfügte. Infolge der beiden Ölpreiskrisen und des wachsenden Umweltbewusstseins begann 1975 international das Comeback der Windenergie. Ab 1983 wurden in Deutschland Versuche mit einer Windkraftanlage der Multimegawattklasse angestellt. Die "Growian" (Große Windkraftanlage) genannte Anlage mit einer Leistung von drei MW hatte mit Konstruktionsproblemen zu kämpfen und hatte letztlich eine Gesamtbetriebszeit von nur etwas mehr als zwei Wochen. Eine der Auswirkungen des mangelnden Erfolgs der Growian war, dass die deutschen Hersteller Anlagen nach dänischem Vorbild mit Dreiblatt-Rotor, einem Getriebe zur Drehzahlanpassung und einem Asynchron-Generator bauten. Mit derartigen Anlagen gelang es deutschen Unternehmen in den achtziger und neunziger Jahren in den jungen Markt einzutreten – nicht zuletzt dank der positiven Entwicklung des heimischen Marktes infolge des Stromeinspeisungsgesetzes (ab 1991).
Besonders seit der Jahrtausendwende ist durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz die Energieerzeugung aus Windkraft stark gestiegen. Über mehrere Jahre war Deutschland in der Energieerzeugung aus Windkraft weltweit führend, erst 2008 überholten die USA Deutschland als größten Erzeuger. Zum Ende des Jahres 2010 war in Deutschland eine Bruttostromerzeugungskapazität von 27.215 MW installiert.
Weitere Wachstumsimpulse sind im Zusammenhang mit den Offshore-Windprojekten zu erwarten, die vor der deutschen Küste in Umsetzung und Planung sind. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen bis 2030 in Nord- und Ostsee insgesamt 25 GW zusätzliche Erzeugungsleistung entstehen.
Die deutsche Windanlagen- und Komponentenhersteller profitierten auch in hohem Maß von der weltweiten Entwicklung, wenngleich sich verstärkt chinesische Hersteller auf dem Weltmarkt etablieren. Stammten 2007 noch etwa 28 Prozent der weltweit hergestellten Anlagen aus Deutschland, sank der Weltmarktanteil deutscher Unternehmen in den letzten Jahren stetig. Allerdings hat sich auch das Volumen des Marktes insgesamt rasant vergrößert, so dass selbst bei sinkenden Marktanteilen, die Umsätze steigen.
Deutsche Anlagenhersteller haben in den letzten Jahren zahlreiche neue Mitarbeiter eingestellt. Zum Ende des Jahres 2009 waren in der Branche bereits etwa 100.000 Menschen beschäftigt. Auch in den kommenden Jahren erwartet die Industrie Zuwächse, insbesondere im Offshore-Windbereich. Der Europäische Verband der Windindustrie (EWEA) geht bis 2030 von einem europaweiten Arbeitsmarktwachstum des gesamten Windsektors um 250 Prozent aus. In Deutschland können so allein in der Offshore-Branche bis 2030 über 150.000 neue direkte und indirekte Arbeitsplätze entstehen.









