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Pumpspeicherkraftwerke
Ein Pumpspeicherkraftwerk ist ein Wasserkraftwerk, das in erster Linie dazu dient, in Spitzenlastzeiten zusätzlichen Strom bereitzustellen.
Pumpspeicherkraftwerke verfügen über ein oberes und ein unteres Staubecken. Bei geringer Stromnachfrage (z. B. nachts) wird das Wasser mit elektrischer Energie gegen die Kraft der Erdanziehung aus dem unteren Becken in den höher gelegenen Speichersee gepumpt. Zum Antrieb der Pumpen wird der im Netz vorhandene, aber aktuell nicht benötigte Strom verwendet. Wird wieder mehr elektrische Energie benötigt, kann das im oberen Stausee gespeicherte Wasser zum Antrieb der Kraftwerksturbinen genutzt werden, um wieder Strom zu gewinnen.
Das Pumspeicherkraftwerk kann kurzfristig - innerhalb weniger Minuten - in Betrieb genommen werden und Strom produzieren: Die Staumauer wird geöffnet und mit dem herabfallenden Wasser werden Turbinen angetrieben. Diese treiben Stromgeneratoren an, die den erhöhten Bedarf decken.
Aber auch im umgekehrten Fall greifen die Pumspeicherkraftwerke regelnd ein: Sinkt der Stromverbrauch plötzlich und rapide, werden die Pumpen angefahren, die das Wasser in das obere Staubecken pumpen. So wird der Stromüberschuss aus dem Netz genommen und der Speicher wird wieder "aufgeladen".
Pumpspeicherkraftwerke benötigen im Gegensatz zu anderen Kraftwerkstypen im Prinzip keine Energie zum "Starten" (Anfahren) der Stromerzeugung. Dank dieser so genannten "Schwarzstartfähigkeit" können sie bei totalen Stromausfällen zum Anfahren anderer Kraftwerke eingesetzt werden.
Pumspeicherkraftwerke in Deutschland
In Deutschland gibt es über 30 große und kleine Pumspeicherkraftwerke. Das neueste und leistungsfähigste ist das Pumpspeicherwerk Goldisthal. Mit einer Leistung von 1.060 MW ist es nicht nur das größe Pumspeicherkraftwerk in Deutschland sondern auch das größte Wasserkraftwerk überhaupt.
Gerade im Hinblick auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien gewinnen solche "Regelkraftwerke" einen immer größeren Einfluss in Bezug auf die Sicherstellung der Stromversorgung. Da beispielsweise Strom aus Solar- oder Windenergie nicht in einer konstanten und planbaren Höhe zur Verfügung steht, müssen sowohl Produktionsausfälle (wie z. B. Windstille) oder auch Phasen mit hoher Stromproduktion bei gleichzeitig geringem Bedarf abgepuffert werden (wie z. B. nächtlicher Starkwind).
Für diese Netzregelung stellen Pumspeicherwerke ähnlich wie Druckluftspeicherkraftwerke eine gute Ergänzung des Kraftwerksparks dar.
Autor: Redaktion












