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letzte Änderung: 13.04.2014 

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Vor- und Nachteile der Wasserkraft

Rohrleitungen
Die Energieumwandlung bei der Wasserkraftnutzung hat einen sehr hohen Wirkungsgrad.

Wasserkraft ist neben der Geothermie eine Form der erneuerbaren Energien, die sich auch zur Sicherung der Grundlast eignet. Wasserkraft bietet darüber hinaus weitere Vorteile, denen Nachteile wie die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen von Pflanzen und Tieren entgegenstehen können.

Wie bei allen erneuerbaren Energiequellen, werden bei der Nutzung dieser Energiequelle keine Schadstoffe und Treibhausgase direkt freigesetzt. Folgende weitere Vorteile sprechen für die Nutzung der Wasserkraft an Flüssen oder Seen:

  • Die Energieumwandlung geschieht mit einem sehr hohen Wirkungsgrad. Das heißt: Ein hoher Prozentsatz der eingesetzten Energie wird in Strom umgewandelt.
  • Die Wärmeabgabe an die Umgebung ist sehr gering.
  • Wasserkraftwerke laufen bei guter Wartung sehr lange, die ältesten sind bis zu einhundert Jahren alt. Die langen Abschreibungszeiten erlauben eine gute Amortisation der Investitionen.
  • Wasserkraft ist grundlastfähig. Weil Flüsse stetig fließen, lässt sich mit Wasserkraft kontinuierlich Strom produzieren. Allerdings schwankt die Leistungsfähigkeit mit dem Wasserstand der Gewässer.
  • Insbesondere Speicherkraftwerke dienen dem Hochwasserschutz, weil sie das Wasser in wasserreichen Zeiten zurückhalten und dosiert abgeben können.
  • Wasserkraftwerke erhöhen die Schiffbarkeit von Flüssen, da sie den Wasserfluss beruhigen.

Allerdings stehen den Vorteilen einige Nachteile gegenüber:

  • Der Bau von großen Wasserkraftanlagen bedeutet einen schweren Eingriff in die Natur. Bisweilen werden dabei wertvolle natürliche Lebensräume zerstört.
  • Das natürliche Fließgewässer wird durch Aufstauung unterbrochen.
  • Bei großen Stauseen besteht die Gefahr, dass sie Erdbeben auslösen.
  • Für die Schaffung von Stauseen großer Wasserkraftwerke ist häufig die Umsiedlung ganzer Ortschaften nötig.
  • Es besteht die Gefahr, dass sich in einem wenig Wasser führenden Fluss eine Art Flutwelle bildet, wenn ein Speicherkraftwerk schnell viel Leistung bereit stellen muss.
  • Durch die Wasserregulierung mithilfe von Stauseen werden Überschwemmungsperioden unterbunden. Das Schwemmland wird unfruchtbar.
  • Durch die Aufstauung findet ein massiver Eingriff in den Grundwasserhaushalt statt.
  • Kulturgüter, die im Bereich eines Stausees liegen, werden beim Bau großer Wasserkraftwerke durch die Überflutung zerstört.
  • Wasserkraftwerke gefährden den Fischbestand eines Gewässers. Zwar ermöglichen so genannte Fischtreppen die Wanderung von Fischen an den Staumauern vorbei zum Flussoberlauf, aber die Turbinen stellen besonders für kleine Fische weiterhin eine Gefahrenquelle dar.

Sowohl große (>100 Megawatt (MW)) als auch kleine (<1MW) Wasserkraftwerke haben ihren Einfluss auf die Umwelt. Der Bau kleiner Wasserkraftanlagen bringt einen im Vergleich zum Bau großer Wasserkraftwerke weit geringeren Eingriff in die Natur mit sich, direkte Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere sind ihnen aber auch zu eigen – zumal das gesamte Ausmaß der Einflüsse durch die große Anzahl von ca. 7.300 Kleinanlagen gegenüber rund 350 Großkraftwerken in Deutschland zu relativieren ist.

Wie auch konventionelle Wasserkraftwerke haben auch die in der Testphase befindlichen Strömungs -, Gezeiten - und Wellenkraftwerke Vor- und Nachteile. Lesen Sie in den einzelnen Artikeln nach…


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