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Bioethanol

- Auch in Deutschland gewinnt Bioethanol als Kraftstoff an Bedeutung.
Bioethanol ist der weltweit führende Kraftstoff aus Biomasse. Auch in Deutschland wächst seine Bedeutung kontinuierlich, da seit 2007 ein jährlich wachsender Bioethanolanteil dem konventionellen Ottokraftstoff beigemischt werden muss. Sein Anteil am gesamten deutschen Primärkraftstoffverbrauch ist mit 0,75 Prozent bis dato jedoch gering.
Gewinnung
Als Bioethanol wird Ethanol bezeichnet, das ausschließlich aus Biomasse hergestellt wurde. Bioethanol wird über die Vergärung aus stärke- oder zuckerhaltigen Pflanzen gewonnen. Es unterscheidet sich in seiner chemischen Zusammensetzung nicht von synthetischem Ethanol. In Deutschland und Europa wird Bioethanol vor allem aus Zuckerrüben und Getreide gewonnen. In Brasilien und den USA – den weltgrößten Ethanolproduzenten – finden überwiegend Zuckerrohr und Mais als Biomasse Verwendung.
Eigenschaften und Anbau
Bioethanol verbrennt definitionsgemäß CO2-neutral, da die stärke- bzw. zuckerhaltige Pflanze beim Aufwachsen so viel CO2 gebunden hat, wie bei der Verbrennung wieder freigesetzt wird. In der Gesamtbilanz ist auch dieser Kraftstoff, wie Biodiesel , nicht klimaneutral, da bei Anbau, Verarbeitung und Verteilung Rohstoffe in Form von Dünger sowie Prozessenergie oder Transportenergie verbraucht werden. Dennoch emittieren Bioethanolkraftstoffe ca. 30 bis 70 Prozent weniger klimaschädliches CO2 als Benzin aus fossilen Energieträgern.
Zudem kann Bioethanol aus heimischen Ressourcen gewonnen werden. Damit hilft es, die Importabhängigkeit von der endlichen Energieressource Erdöl zu verringern. Im Jahr 2008 wurden in Deutschland 226.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche – mit einem Jahresertrag von durchschnittlich 2.530 Litern/Hektar – für den Anbau von Zuckerrüben und Getreide zur Bioethanolproduktion verwendet. Aufgrund der direkten Nutzungskonkurrenz zu Anbauflächen landwirtschaftlicher Nahrungsmittelprodukte bzw. gegenüber anderen Energiepflanzen sind dem Ausbaupotenzial aber natürliche Grenzen gesetzt.
Einsatz
2008 wurde der Absatz von Bioethanol in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um über 35 Prozent auf 626.000 Tonnen gesteigert. Denn Bioethanol kann als Kraftstoff in Form von reinem Ethanol – dem sogenannten E100 – oder in Beimischungen eingesetzt werden Ein Beispiel für eine solche Beimischung: Die Kraftstoffe E10 oder E85 enthalten jeweils 10 bzw. 85 Volumenprozent Ethanol.
Das deutsche Biokraftstoffquotengesetz schreibt ab dem Jahr 2010 einen Mindestanteil an 3,6 Prozent Bioethanol vor, der dem Benzin beigemischt werden muss. Die derzeit maximal zulässige Beimischung in Deutschland beträgt nach Ottokraftstoff-Norm DIN EN 228 fünf Prozent. Höhere Anteile erfordern hier zu Lande einerseits motorische Anpassungen sowie andererseits Änderungen in der Tankstelleninfrastruktur.
In Brasilien hingegen wird seit mehr als 30 Jahren Bioethanol aus Zuckerrohr hergestellt und gesetzlich vorgeschrieben dem Normalbenzin bis zu 25 Prozent beigemischt. 90 Prozent aller Neuahrzeuge im Jahr 2008 waren sogenannte Flexible Fuel Vehicles (Link neuer Artikel), welche seit 2003 angeboten werden, die Benzin und Bioethanol in jedem beliebigen Mischungsverhältnis tanken können.








