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letzte Änderung: 13.04.2012 

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Biogasanlagen

Biogasanlage
Durch die Biogasgewinnung kann der Einsatz von fossilen Brennstoffen reduziert und somit CO2 eingespart werden. © WELtec BioPower

Ausgangsstoff für die Biogasproduktion sind in der Landwirtschaft in erster Linie Exkremente der Nutztiere.

In der landwirtschaftlichen Biogastechnik wird mit Großvieheinheiten (GVE) gerechnet, um die Menge des entstehenden Biogases aus den Fäkalien verschiedener Tiere besser vergleichen und die Anlage richtig dimensionieren zu können.

Einer Großvieheinheit entsprechen etwa:

  • ein ausgewachsenes Rind
  • fünf Kälber
  • sechs Mastschweine oder
  • 250 Hühner

Pro GVE entstehen ca. 1,5 Kubikmeter Biogas am Tag.

Dazu kommen mehr und mehr so genannte Kosubstrate, die den Biogasertrag erheblich steigern können.
Die für den energetischen Einsatz angebauten Pflanzen werden auch Energiepflanzen  genannt. Mit deren Hilfe kann jedes Jahr aufs Neue Biomasse bereitgestellt werden, um Strom, Wärme und Kraftstoff zu produzieren. Es ist bereits zu erkennen, dass sich ein entsprechender Markt für Biogassubstrate aus nachwachsenden Rohstoffen (nR) entwickelt hat und die Verwendung dieses Substrats weiter ansteigt.

Die Biogasgewinnung erbringt nicht nur einen energetischen Nutzen bei der  CO2 -Substitution von fossilen Brennstoffen, sondern bietet auch Vorteile bei der Weiterverwendung der ausgefaulten Gülle. Diese ist dann weniger geruchsintensiv und hat eine gleichmäßigere Zusammensetzung.

Sie kann als Dünger während der Wachstumsphase ausgebracht werden, weil die Ätzwirkung der frischen Gülle nicht mehr vorhanden ist. Die Nährstoffe können so schneller von der Pflanze aufgenommen werden, was wiederum die Belastung des Grundwassers durch Nitrat vermindert. Die Anwendung dieser Gülle erspart dem Landwirt somit Kosten für Düngemittel. Die so genannte "Düngewertverbesserung" stellt also einen zusätzlichen finanziellen Nutzen des Verfahrens dar.

Ein Beispiel aus der Praxis

In der  Biogas-Gemeinschaftsanlage in Wolpertshausen bei Schwäbisch Hall wird die Gülle der vier angeschlossenen Landwirte vergoren und gleichzeitig aufgewertet. Als Kosubstrate werden Speisereste und Fettabscheideinhalte geliefert, die zusammen mit der Gülle verarbeitet werden. Die Kosubstrate werden zunächst bei 70 °C hygienisiert und in Stahlfermentern ca. sieben Tage zur Versäuerung gebracht. Danach werden sie und die Gülle in die beiden wärmegedämmten Betonfermenter übergeleitet und stehen den methanbildenden Bakterien bei einer Temperatur von rund 40 °C ca. 60 Tage als Nahrungsgrundlage zur Verfügung – Biogas entsteht.

In den beiden anschließenden Gärrückstandslagern verbleibt das vergorene Substrat bis zur Ausbringung. Da in den Lagerbehältern ebenfalls noch etwas Biogas erzeugt wird, sind auch sie gasdicht verschlossen und mit dem Biogaslager (Foliensack im letzten Betonbehälter) verbunden. Das Biogas wird mit Hilfe von drei Gasmotoren in Strom und Wärme umgewandelt.


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