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letzte Änderung: 13.04.2012 

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Biogas für das Erdgasnetz

Biogasanlage
Die Veredelung von Biogas zu Biomethan erlaubt die Einspeisung in das Erdgasnetz. Quelle: Schmack Biogas GmbH

Rund ein Viertel des deutschen Energiebedarfs wird heute mit Erdgas abgedeckt. Die Veredelung von Biogas zu Biomethan erlaubt die Einspeisung in das Erdgasnetz. Diese innovative, saubere Technologie macht ressourcenarme Staaten wie Deutschland unabhängiger von Importen, hilft dem Klimaschutz und schafft neue Verdienstmöglichkeiten für die Landwirtschaft.

Bislang wird Biogas in erster Linie zur Energiegewinnung (also z. B. Stromversorgung) vor Ort eingesetzt. Die hierbei entstehende Abwärme bleibt aber zumeist ungenutzt. Wird Biogas aber zu Biomethan weiterverarbeitet, so kann dieses in das Gasnetz eingespeist werden und somit an jedem Ort, der an das Erdgasnetz angeschlossen ist, effizient genutzt werden.

Technologie und Klimaschutz

Im Gegensatz zu Erdgas enthält Biogas nur einen relativ niedrigen Methananteil von 50 Prozent. Um ins Erdgasnetz eingespeist werden zu können muss dieser Anteil aber mindestens 96 Prozent betragen. Zu diesem Zweck wird Biogas durch Verdichtung und CO2 -Filterung in Biomethan umgewandelt. Dieses ist mit Erdgas mischbar und ihm qualitativ ebenbürtig. Biomethan hat gegenüber Erdgas sogar den Vorteil, tendenziell CO2 -neutral  zu sein.

Wirtschaftlichkeit und politische Förderung

Neben der Klimafreundlichkeit birgt die Nutzung von Biomethan noch eine Reihe anderer wirtschaftlicher und politischer Chancen. Schätzungen des Bundesverbandes für Gas- und Wasserwirtschaft zufolge könnten in Deutschland bis 2030 bis zu zehn Prozent des Erdgasbedarfs durch Biomethan gedeckt werden. Dies würde die Abhängigkeit von Importgas mindern. Darüber hinaus bietet der ganzjährig mögliche Anbau der für Biogasanlagen benötigten Energiepflanzen deutschen Landwirten eine neue Einkommensquelle.

Durch die Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität entstehen zusätzliche Kosten, die über die Nutzung des eingespeisten Bioerdgases gedeckt werden müssen. In Deutschland ist es im Rahmen des Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) möglich, lokal erzeugtes Biogas aufzubereiten, einzuspeisen und an anderer Stelle zur gleichzeitigen Strom und Wärmeproduktion (Kraft-Wärme-Kopplung) einzusetzen.

Durch den Verkauf des Stromes nach EEG-Vergütungsätzen und Erlöse aus dem Verkauf der Wärme können die zusätzlichen Aufwendungen für die Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität gedeckt werden. Darüber hinaus kann das aufbereitete Bioerdgas auch direkt an Endverbraucher vermarktet bzw. in Erdgasfahrzeugen eingesetzt werden. Mit steigenden Energiepreisen werden diese Nutzungsmöglichkeiten, die keinerlei Förderung mehr durch das EEG benötigen, immer interessanter. 

Der Anfang ist gemacht

Eine erste Biomethananlage, die Gas in das örtliche Erdgasnetz einspeist, wurde im Mai 2007 in Pliening bei München eröffnet. Die Anlage, für die die Betreiber einen großen Energiedienstleister als langfristigen Abnehmer gewinnen konnten, deckt den jährlichen Erdgasbedarf von 1300 Einfamilienhäusern. Ähnliche Anlagen entstanden seit dem bzw. befinden sich an verschiedenen Standorten Deutschlands in Planung.

Hier finden Sie einen Überblick über die aktuellen Projekte in Deutschland und Europa .


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