Hauptinhalt

Vakuumdämmung

- Der Einbau von Vakuumisolationspaneelen sollte auf jeden Fall einem Fachmann überlassen werden.
Was bei Thermoskannen seit vielen Jahren funktioniert, dient inzwischen als Dämmung für immer mehr Gebäude: das Vakuum. Die so genannten Vakuumisolationspaneele (VIP) isolieren im Vergleich zu herkömmlichen Dämmstoffen fünf- bis zehnmal so gut.
Durch Vakuumdämmung wird mit verhältnismäßig dünnen Elementen die gleiche Dämmwirkung erzielt wie bei konventionellen Dämmstoffen. Das bringt vor allem Vorteile für hocheffiziente Dämmung enger Räume, dünner Fassadenkonstruktionen und denkmalgeschützter Bauten, bei denen dicke Dämmschichten das äußere Erscheinungsbild verändern würden.
Das Thermoskannenprinzip
Eine Thermoskanne hält dank eines verhältnismäßig dünnen Dämmbereichs Getränke warm oder kalt. Da zwischen Außen- und Innenhülle eine geringere Gasdichte herrscht als in der Umgebung, wird weniger Wärme durchgeleitet. Vakuumisolationspaneele basieren auf dem gleichen Prinzip, verfügen jedoch über eine geringere Stabilität als ihre zylindrischen Vorbilder.
Das heißt: Die Paneele müssen einerseits über eine stabile und gasdichte Hülle verfügen, als auch über Stützmaterial im Inneren, um die geringe Wärmeleitfähigkeit nicht einzubüßen. Gleichzeitig müssen die Paneele relativ robust sein; denn das kleinste Loch in der Hülle hebt die Dämmwirkung auf. Daher dienen zumeist Aluminium, Edelstahl oder Glas als Hüllmaterial, kombiniert mit feinporigen Kernen aus Kieselsäure als Füllmaterial.
Entwicklungsbedarf
Wer Gebäude mit Vakuumisolationspaneelen dämmen möchte, sollte den Einbau auf jeden Fall dem Fachmann überlassen. Der sollte auch in die Planung einbezogen werden, da die Dämmkörper nicht wie beispielsweise Mineralwolle vor Ort zugeschnitten und angepasst werden können. Im Vorfeld muss überprüft werden, inwieweit Standardmaße verwendbar sind oder ob individuelle Körper hergestellt werden müssen. Derzeit werden von verschiedenen Herstellern Baukastensysteme mit unterschiedlichen Größen entwickelt, um langwierigen Mehraufwand samt Kosten für Sonderanfertigungen zu reduzieren.
In den vergangenen Jahren ist viel auf dem Gebiet der Vakuumdämmung geforscht worden. Erst im Jahr 2008 wurden Bauprodukten mit Vakuumisolationspaneelen bauaufsichtliche Zulassungen erteilt; bis heute wird vor allem untersucht, ob und in welcher Dimension der Dämmwert von VIP langfristig betrachtet abnimmt und wie die Paneelen so verbunden und befestigt werden können, dass keine Wärmebrücken entstehen.
Heute werden VIPs durch den relativ hohen Preis meist nur dort angewendet, wo wenig Platz für Dämmung zur Verfügung steht: bei der Dämmung von Fensterlaibungen, unter dem Estrich im Erdgeschoß und bei Hausfassaden, die direkt an der öffentlichen Straße stehen. Wichtig ist der sorgfältige, qualitätsgesicherte Einbau: schon eine kleine Beschädigung der Paneelhülle beim Einbau kann die Dämmwirkung stark vermindern.
Durch den weiteren Forschungs- und Entwicklungsbedarf gibt es noch keine allgemeingültigen technischen Regelungen oder DIN-Normen. Bis dahin müssen die Hersteller für jedes Produkt allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen beantragen, bevor dieses auf den Markt kommt.










