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letzte Änderung: 10.02.2012 

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Solararchitektur

Solararchitektur
Über Fenster kann die Sonneneinstrahlung passiv genutzt werden. © Schweizerische Vereinigung für Sonnenenergie SSES/Fotoautor: ARTHAUS Raum und Linie, Via Davitg 4, 7403 Rhäzüns

Sokrates, der griechische Philosoph, schrieb einst begeistert über die Anlage einer neuen Siedlung in der Stadt Olynthus auf der Halbinsel Chalkidike:

In Häusern, die nach Süden blicken, dringt im Winter die Sonne durch das Portikum, während im Sommer die Sonne gerade über unseren Köpfen und über dem Dach steht, so dass darunter Schatten herrscht.

In der Tat nutzte man in Olynthus bereits um 400 vor Christus die Vorzüge der Solararchitektur. Die Häuser standen an einem Südhang in sechs Reihen so ausgerichtet, dass keines auf das nächste einen Schatten warf. Man nimmt sogar an, dass ein Recht auf Sonne gesetzlich festgelegt war. Im Wohnraum der Häuser gab es eine Vertiefung im Boden, deren Stein- und Schlackenfüllung als Wärmespeicher für die Nacht wirkte.

Solararchitektur ist also die Kunst, Gebäude möglichst klimagerecht zu gestalten und die Sonnenstrahlung optimal zu nutzen. Schon unsere Vorfahren haben sie gut beherrscht. Heute wird diese Kunst unter dem Namen passive Sonnenenergienutzung wieder belebt. Ihr Ziel ist es, die Sonnenenergie zu sammeln, zu speichern und im Gebäude so zu verteilen, dass man zu jeder Tages- und Jahreszeit ein behagliches Raumklima hat - ein Klima zum Wohlfühlen.

Passiv nennt man die Nutzung der Sonnenenergie, wenn keine beweglichen Elemente erforderlich sind. Jedes Haus nutzt Sonnenenergie passiv: am intensivsten durch Fenster oder Wintergärten.

Wie funktioniert passive Sonnenenergienutzung?

Bei der heutigen Nutzung von Sonnenenergie spielen moderne Baustoffe, wie zum Beispiel Fensterglas, eine entscheidene Rolle. Das physikalische Prinzip, das dahinter steckt, ist folgendes: Ein Fenster lässt die energiereiche, kurzwellige Sonnenstrahlung in Form von Licht hindurch. Die Strahlung trifft im Raum auf Möbel, Wände, Böden usw. und wird dabei in diffuse, langwellige Wärmestrahlung umgewandelt.

Für die Wärmestrahlung hingegen sind die Fenster kaum durchlässig, so dass sich der Raum hinter dem Fenster erwärmt. Dieses Phänomen wird als Treibhauseffekt bezeichnet. So können energetisch sehr vorteilhafte Fenster übers Jahr gesehen einen Wärmegewinn im Hausinneren erbringen.

Quelle: BMWA-Broschüre "Jetzt Erneuerbare Energien nutzen", Auflage 11/2000


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