Servicefunktionen
letzte Änderung: 10.02.2012 

Hauptinhalt
Aktueller Wertungsstatus

Planung eines Energiesparhauses - Teil 2

Fußbodenheizung
Für Häuser mit geringem Wärmbedarf sind Heizsysteme mit niedrigen Vorlauftemperaturen - wie z. B. Fußbodenheizungen - am effizientesten. Bild: Rainer Scheunemann, hausblog.docma.de

5. Fenster

Auf dem Gebiet der Glas- und Fensterentwicklung gab es in den letzten Jahren rasante Fortschritte. Die energetisch besten Fenster  haben heute eine Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung und einen hochwärmegedämmten Rahmen. Sie erreichen Dämmeigenschaften, die so gut sind wie Wände herkömmlicher Gebäude, haben jedoch eine hohe Durchlässigkeit für das Sonnenlicht.

Ein nach Süden ausgerichtetes Fenster fängt am meisten Sonnenwärme ein. Aber auch bei einer Abweichung von der Südorientierung um bis zu 20 Grad nach Osten oder Westen gehen die Energiegewinne nur um etwa fünf Prozent zurück.

6. Passive Wärmespeicher

Die Wärme, die die Sonne tagsüber einstrahlt, wird im Inneren des Hauses in massiven Böden, Wänden und Decken gespeichert und nachts langsam an die Räume abgegeben. Man sollte deshalb bei der Planung des Hauses auf Material, Größe und Anordnung derartiger Speichermassen achten.

7. Lüftung

Selbstverständlich benötigen die Bewohner in einem Gebäude ausreichend Frischluft . Dies lässt sich ganz konventionell durch Öffnen und Schließen der Fenster regulieren. Der Nachteil dabei ist: Viel frische Luft wird mit hohem Energieverlust erkauft. Deshalb empfehlen sich regelmäßige Stoßlüftungen anstatt einer Dauerlüftung; das heißt, ab und zu sollten die Fenster weit geöffnet werden, um wenige Minuten gründlich durchzulüften. Danach sollte man sie wieder schließen und geschlossen halten.

Alternativ kann man die Lüftung auch automatisch regeln. Besonders viel Energie kann man bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung einsparen. Hier wird die Wärme, die noch in der Abluft steckt, mittels Wärmetauscher an die Zuluft übertragen.

8. Heizung

Als Basis für die Wärmeerzeugung bieten sich effiziente Brennwertheizungen oder Wärmepumpen an. Darüber hinaus sind für Häuser mit geringem Wärmbedarf Heizsysteme mit niedrigen Vorlauftemperaturen - wie z. B. Fußbodenheizungen - am effizientesten.

Wenn oben beschriebene Maßnahmen zur Reduzierung des Energiebedarfs durchgeführt wurden, muss die Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlage darauf abgestimmt werden, denn trotz der passiven Sonnenenergienutzung kann man nur beim Passivhaus auf ein konventionelles Heizsystem verzichten. An die Heizung werden besondere Anforderungen gestellt:

Da die Sonneneinstrahlung schwankt, kommt es natürlich auch zu Temperaturwechseln. Um die Behaglichkeit in den Räumen sicherzustellen, muss die Heizungsanlage diese Schwankungen erkennen und ausgleichen. Sie benötigt also eine gut abgestimmte Regelung. Zusätzlich sollte der Bauherr überlegen, die Sonnenenergie auch aktiv zu nutzen und beispielsweise eine Solaranlage zur Warmwasserversorgung und zur Heizungsunterstützung zu installieren.


Bewerten Sie diesen Artikel:
schlecht mangelhaft gut sehr gut
Fragen Sie unsere Experten