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Erdgas

- Quelle: Pixelio.de, © Paul-Georg Meister
Erdgas ist eine kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zu den konventionellen Kraftstoffen. Die CO2-Emissionen gegenüber Diesel sind um rund 12 Prozent bzw. im Vergleich zu Benzin um etwa 25 Prozent niedriger. Erdgas kostet – bezogen auf den Energiegehalt – etwa ein Drittel weniger als Diesel und rund die Hälfte weniger als Benzin.
Erdgasfahrzeuge erfreuen sich zunehmenden Interesses. Ihre Anzahl hat sich in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt. Mittlerweile gibt es in Deutschland etwa 70.000 erdgasbetriebene Pkw sowie rund 10.000 Lkw und Busse, die Erdgas tanken. Das Tankstellennetz ist in den letzten Jahren mit dem Bedarf gewachsen und umfasst derzeit etwa 870 Erdgastankstellen. Bislang haben vor allem öffentliche und private Flottenbetreiber die ökonomischen Vorteile dieser Kraftstoffalternative genutzt. Inzwischen fahren, nicht zuletzt einhergehend mit einem erhöhtem Klima- und Umweltbewusstsein, auch immer mehr Privatpersonen mit Erdgas.
Technik
Erdgas wird in Ottomotoren eingesetzt. Eine Anpassung eines herkömmlichen Benzin-Fahrzeugs ist daher möglich, allerdings mit Kosten verbunden. Bei hoher jährlicher Kilometerfahrleistung kann sich bei neueren Benzinfahrzeugen die Nachrüstung einer Erdgasanlage lohnen. Die meisten großen Automobilhersteller haben auch entsprechende Serienmodelle im Angebot. Es gibt „bivalente“ bzw. „bifuel“ Pkw, bei denen in einem zweiten Tank auch herkömmlicher Ottokraftstoff mitgeführt wird. Die Reichweite bivalenter Fahrzeuge ist dann mit herkömmlichen Benzinfahrzeugen vergleichbar. „Monovalente“ Pkw sind für den reinen Erdgasbetrieb optimiert und daher noch sparsamer. Sie verfügen aber nur über einen kleinen Nottank für Ottokraftstoff.
Klimawirkung
Erdgasfahrzeuge verursachen insgesamt weniger klimaschädliche Treibhausgase. Sie emittieren nicht nur weniger Kohlendioxid, sondern auch bis zu 75 Prozent weniger Kohlenmonoxid als vergleichbare Benziner bzw. bis zu 50 Prozent weniger als Dieselfahrzeuge. Auch Stickoxide werden in ähnlicher Größenordnung vermieden. Rußpartikel- und Feinstaubemissionen sind bei Erdgasfahrzeugen mit unter 0,4 % so gut wie gar nicht relevant, so dass Erdgasfahrzeuge auch in den städtischen Umweltzonen freie Fahrt genießen.
Da Erdgas hauptsächlich aus Methan besteht, ist auch eine Beimischung von Biogas möglich. Dadurch sinken die relativen CO2-Emissionen der Fahrzeuge noch einmal. Eine Beimischung von nur 20 Prozent Bioerdgas zum Kraftstoff reduziert die CO2-Emissionen im Vergleich zu benzinbetriebenen Fahrzeugen bereits um 29 Prozent.
Preisvergleich
Ein Kilo Erdgas hat den gleichen Energiegehalt, wie 1,3 Liter Diesel oder 1,5 Liter Benzin. Wenn ein Kilo Erdgas an der Tankstelle wie derzeit etwa rund 90 Cent kostet, entspricht das also einem Preis von 70 Cent/Liter im Vergleich zum Dieselpreis bzw. 60 Cent/Liter in Relation zum Benzinpreis. Dieser Preisvorteil wird auch mittelfristig bestehen, da Erdgas als Kraftstoff bis 2018 mineralölsteuerbefreit, d.h. steuerbegünstigt ist. Für die Neuanschaffung von Erdgasfahrzeugen gibt es darüber hinaus Zuschüsse von den Energieversorgern, für Gewerbetreibende auch Kredite von der KfW-Bank über das ERP-Umwelt- und Energieeffizienzprogramm.
Gas ist nicht gleich Gas.
CNG = compressed natural gas. Auf einen Druck von 200 bar komprimiertes Erdgas, v.a. für den Einsatz in Fahrzeugen.
LNG = liquefied natural gas. Durch Abkühlung auf -162°C verflüssigtes Erdgas, v.a. für den Transport über weite Strecken.
LPG = liquefied petroleum gas. Flüssiggas (auch Autogas genannt).
GtL = Gas-to-Liquid. Aus Erdgas synthetisch hergestellter Dieselkraftstoff. Das Syntheseverfahren gleicht dem von BtL (Biomass-to-Liquids) .
Autor: Redaktion







