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Biodiesel

- Biodiesel wird überwiegend aus Raps gewonnen. © BeneA / photocase.com
Biodiesel ist der in Deutschland am Weitesten verbreitete Kraftstoff aus Biomasse. 2008 wurden davon 2,7 Mio. Tonnen verbraucht. Dies entspricht einem Anteil von 4,5 Prozent am gesamten deutschen Primärkraftstoffverbrauch.
Gewinnung
Biodiesel ist ein aus Pflanzenölen oder tierischen Fetten gewonnener Dieselkraftstoff. Chemisch handelt es sich um Fettsäuremethylester (FAME). In Deutschland hergestellter Biodiesel wird überwiegend aus Raps gewonnen. International sind vor allem Sojabohnen und Palmfrüchte die vorherrschenden pflanzlichen Rohölstoffe, welche in der Produktion zum Einsatz kommen. Auch Tierfette und Altspeisefette werden vereinzelt für die Herstellung von biogenem Diesel verwendet.
Die Gewinnung von Biodiesel auf pflanzlicher Basis unterliegt dabei grundsätzlich ähnlichen Mechanismen: Nach der Ernte der Ölsaat wird diese gepresst. Das Pflanzenöl wird mit Methanol und verschiedenen Reagenzien versetzt und die entstehenden Fettsäuren mit Methanol verestert. Je nach Art des Grundstoffes entstehen dann z.B. RME (Rapsöl-Methylester), PME (Palmöl-Methylester) oder AME (Altfett-Methylester).
Eigenschaften und Anbau
Biodiesel zeichnet sich im Vergleich zu konventionell hergestelltem mineralischem Diesel unter anderem dadurch aus, dass er leicht biologisch abbaubar ist und bei seiner Verbrennung weniger Rußpartikel entstehen. Auch verbrennt Biodiesel per Definition CO2-neutral, da die Ölpflanze im Wachstum so viel CO2 gebunden hat, wie bei der Verbrennung freigesetzt wird.
In der Gesamtbilanz ist auch dieser Kraftstoff nicht CO2-neutral, da bei Anbau, Verarbeitung und Verteilung Energie und Rohstoffe in Form von Dünger, Methanol, Prozess- oder Transportenergie verbraucht werden. Biodiesel ist aber dennoch ein klimafreundlicher Kraftstoff und sorgt für eine CO2-Minderung von ca. 70 Prozent gegenüber fossilem Diesel.
Ein weiteres Argument für Biodiesel ist, dass er aus heimischen erneuerbaren Ressourcen, wie insbesondere Raps in Deutschland, gewonnen werden kann und damit die Abhängigkeit von Importen der endlichen Energieressource Erdöl verringern hilft. 2008 wurden in Deutschland bereits 915.000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche für den Rapsanbau genutzt. Ein Hektar Raps hat durchschnittlich etwa einen Jahresertrag von 1.590 Liter Biodiesel erwirtschaftet.
Jedoch sind auch Anbauflächen für die Biodieselproduktion limitiert. Da sie in direkter Nutzungskonkurrenz zu Anbauflächen landwirtschaftlicher Nahrungsmittelprodukte bzw. zu anderen Energiepflanzen stehen, können sie nicht beliebig ausgeweitet werden.
Einsatz
Biodiesel kann sowohl in jedem Verhältnis fossilem Diesel beigemischt sowie auch als Reinkraftstoff getankt werden. Der Anteil des Biodiesels im Dieselkraftstoff wird in Prozent angegeben. Ein B100-Kraftstoff enthält also nur Biodiesel, ein B7-Kraftstoff ist mineralischer Diesel, dem 7 Prozent Biodiesel beigemischt sind. Seit 2007 muss in Deutschland fossilem Diesel laut Biokraftstoffquotengesetz ein Mindestanteil von 4,4 Prozent Biodiesel beigemischt werden. Ab 2009 ist sogar ein biogener Anteil von 7 Prozent im herkömmlichen Diesel erlaubt. Dieses Gemisch ist ohne Anpassung in jedem Motor einsetzbar.
Die Betankung von Kraftstoffen mit höherem Biodieselanteil bzw. in Reinform ist nur bei Fahrzeugen möglich, die dafür explizit vom Hersteller freigegeben wurden. Das Reinprodukt ist aufgrund seiner chemischen Eigenschaften nicht für alle Motoren geeignet und kann deren Funktionstüchtigkeit beeinträchtigen. Ebenso muss bei der Nachrüstung eines Rußpartikelfilters darauf geachtet werden, dass dieser biodieseltauglich ist. Ob der jeweilige Pkw für Biodiesel freigegeben ist, kann dem Fahrzeug-Betriebshandbuch entnommen oder bei einer Autowerkstatt bzw. einem Autohändler erfragt werden.








