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Niedrigenergiehaus

- Ökologisches Niedrigenergiehaus in Mannheim-Wallstadt © MVV Energie AG
Niedrigenergiehäuser gibt es seit ungefähr 35 Jahren. Dabei wurde die Idee, die Reduzierung der Wärmeverluste zum Grundprinzip des Bauens zu erklären, zuerst in den USA entwickelt und später in den skandinavischen Ländern aufgegriffen.
Der Begriff Niedrigenergiehaus (NEH) beschreibt einen Baustandard, also nicht eine bestimmte Bauweise oder Bauform. Das entscheidende Merkmal eines Niedrigenergiehauses ist der deutlich verringerte Heizwärmebedarf gegenüber dem aktuell üblichen Standard.
Der Jahresheizenergiebedarf von Niedrigenergiehäusern sollte bei etwa 50 kWh pro m² Wohnfläche und Jahr liegen. Das bedeutet bei 100 m² Wohnfläche einen jährlichen Heizenergiebedarf von 500 m³ Erdgas oder 500 Litern Heizöl.
Zum Vergleich. Der durchschnittliche spezifische Jahresheizwärmebedarf des gesamten Gebäudebestandes in Deutschland lag 1990 bei ca. 160 kWh pro m² Wohnfläche und Jahr und entspricht damit den Anforderungen der WSVO von 1977. Vor 1977 gebaute Häuser liegen in der Regel weit über diesem Wert (Durchschnitt: 250 kWh pro m² Wohnfläche und Jahr).
Die Grenzwerte für den Energiebedarf von Gebäuden in Deutschland werden in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt. Die zulässigen Grenzwerte hängen dabei von vielen Faktoren ab. Typische Grenzwerte für Einfamilienhäuser liegen z. B. bei einem Primärenergiebedarf von 120 bis 130 kWh pro m² Wohnfläche und Jahr. Das entspricht einem Heizwärmebedarf von 40 bis 80 kWh pro m² und Jahr
Um den Standard zu erreichen, sind einige Konstruktionsmerkmale zu beachten. Diese sind in ihrer Wirkung miteinander verknüpft und können in ihrer Gesamtheit die Energiebilanz eines Gebäudes entscheidend beeinflussen. Bei diesen technischen Komponenten geht es zum einen um die Bautechnik, zum anderen um die Anlagentechnik:
- Kompakte Gebäudeform
- Energieeffiziente Baukonstruktion
- Hervorragender Wärmeschutz in den Außenbauteilen
- Luft- und Winddichtheit der Gebäudehülle
- Mechanische Wohnungslüftung (u. U. Wärmerückgewinnung)
- Schnell regelbare Heizwärmeverteilung
Autor: IVPU Industrieverband Polyurethan-Hartschaum e.V.







